Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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ein vollständiger Bericht erschien erst im Jahre 1835 in Verbindung 
mit einer Darstellung der Volkszählung des Jahres 1834%). 
37. Aber trotz allem ist diese Periode keineswegs ohne Interesse, 
und es können auch einige Namen, die für die Statistik von Be- 
deutung sind, angeführt werden, Der schwedische Astronom Ni- 
cander nahm die Arbeit Wargentins auf und berichtigte seine 
Resultate. In England machte die Sterblichkeitsstatistik gute Fort- 
schritte, so namentlich gefördert durch ein Werk von J. Milne 
‘1776—1851), das besonders durch die Carlisle-Tafel bekannt ist, 
welche eine Zeitlang eine Rolle innerhalb der Lebensversicherung 
spielte ?). Die Geschichte dieser Tafel wirft ein Licht auf die Schwierig- 
keiten, welche man in jenen Zeiten zu überwinden hatte. 
In dem kleinen Orte Carlisle hatte ein Arzt, John Heysham, 
sich sehr für die Bevölkerungsstatistik interessiert und unter än- 
lerem Listen über Geburten, Trauungen und Krankheiten geführt. 
L797 veröffentlichte er seine Beobachtungen der zwei Volkszählungen 
der Jahre 1780 und 1787 und über 1840 Todesfälle in der Periode 
von 1779—1787. Dieses Material ward von Milne zur Untersuchung 
zufgenommen. Er benutzte es für seine Tafel und zwar nach einem 
weitläufigen und umsichtigen Briefwechsel mit Heysham, um die Be- 
obachtungen so genau und so gleichartig wie nur irgend möglich 
zu machen. Es war bei dieser Tafel ein Fortschritt, daß Milne, 
um die Anzahl der Lebenden, die dem Tode ausgesetzt gewesen 
waren, zu finden, zwei Volkszählungen benutzte. Allerdings waren 
seine Ausgleichung der Sterbetafel und seine Interpolationen recht un- 
vollkommen; aber diese Art Mängel hatte er mit andern gemein, 
und sie hinderten nicht die praktische Verwendbarkeit der Tafel. 
38. Einer weit feineren mathematischen Analyse begegnet man 
in Duvillards (1755—1832) außerordentlich interessanten Unter- 
suchungen über die Einwirkung der Pockenkrankheit auf 
die Sterblichkeit. Durillard hatte von 1805—1815 die Leitung der 
französischen Bevölkerungsstatistik.‘ Seine Arbeit, die sich würdig 
Daniel Bernoullis oben erwähnter Untersuchung anreiht, ist leider 
nur wenig bekannt; nur die von ihm als Ausgangspunkt benutzte 
Sterbetafel, der er übrigens keine selbständige Bedeutung bei- 
') Holck, Dansk Statistiks Historie 1800—1850,7 Kobenhavn 1901, S. 44 
und 150 ff. 
3 Milne, A treatise on the valuation of annuities and assurances, 1815. 
Vgl. Henry Lonsdale, The life of John Heysham, M. D. and his Corre- 
spondance with Mr. Joshua Milne relative to the Carlisle Bili of Mortality, 1870.
	        
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