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Vetter Ch. Darwins, ‘behandelt worden, welcher am Mathematiker
Karl Pearson einen tatkräftigen Mitarbeiter hatte. Pearson
gründete in Verbindung mit Galton die Zeitschrift „Biometrika“,
die 1901 als Sammelpunkt für Erörterungen über diese Art Fragen
zum erstenmal erschien. 1884 hatte Galton ein anthropometrisches
Laboratorium gegründet, später eine „Research Fellowship“ in „Natio-
nal Eugenics“ zu London; und 1907 trat „The Francis Galton Eugenic
Laboratory“ in Tätigkeit. Galtons testamentarische Dispositionen
ermöglichten eine Erweiterung dieser Einrichtung.
Pearson untersuchte unter verschiedenen Voraussetzungen ein-
gehend die Formen für die Abweichung vom Mittelwert statistischer
Beobachtungen und behandelte überhaupt mit unermüdlichem Eifer
die mathematischen Probleme, welche die gesamten Untersuchungen
mit sich führten. Von anderen Mathematikern, die sich um die
Entwicklung der theoretischen Statistik in England verdient gemacht
haben, können A. Bowley und G. Udny Yule erwähnt werden.
Auf der Suche nach den Ursachenverbindungen zwischen ver-
schiedenen Zahlenreihen kam man auf die von dem französischen
Astronomen Bravais (1811—1863) im „Jahre 1846 aufgestellte
Korrelationstheorie, die jetzt stark ausgebaut wurde und sich
die Aufmerksamkeit einer Menge Mathematiker zuzog, teils in England
und Nordamerika, teils aber auch allmählich in verschiedenen anderen
Ländern. Hier können die Zeitschrift der nordamerikanischen Ge-
sellschaft und verschiedene Zeitschriften in Europa, wie das 1920
von dem italienischen Statistiker Gini gestiftete „Metron“ er-
wähnt werden. Viele der Untersuchungen, die nicht allein über das
Erblichkeitsproblem, sondern auch über andere Fragen vorgenommen
wurden, standen im Zeichen der Korrelationstheorie. Diese Theorie
enthält in gewisser Beziehung keine anderen Prinzipien als die in
älteren Zeiten auf der Wahrscheinlichkeitsrechnung fußenden Ver-
gleichungsmethoden, ist aber dennoch als selbständiges Werkzeug im
Dienste der Statistik betrachtet worden. Als ungünstiges Moment darf
vielleicht angeführt werden, daß noch auf manchen Punkten die
Zusammenarbeit versagt, so daß verschiedene Forscher in allzu
hohem Grade isoliert arbeiten und somit die Ausbeute der intensiven
Arbeit verkleinert wird; und ganz besonders darf man wohl sagen,
daß bei vielen ein gewisser Mangel an Wirklichkeitssinn vorliegt.
51. Schließlich sei bemerkt, daß man nicht zum mindesten in
Nordamerika in den letzten 20 Jahren sich stark auf das Studium
der Wirtschaftsstatistik gelegt hat, die ebenso wie die Erb-