Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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Gesellschaften und ihrer Organe angestellt werden, und die heutzu- 
tage großenteils eingesammelt und öffentlich zugänglich gemacht 
werden, entweder von den durch Staaten oder Gemeinden errichteten 
statistischen Instituten oder von anderen Administrationszweigen 
der Gesellschaften. Von gewissen ganz speziellen Beobachtungen 
abgesehen, welche für die Ausübung der Gesellschaftsleitung von 
direkter Bedeutung sind, dienen die von der amtlichen Statistik ge- 
gebenen Aufschlüsse in erster Linie zur Beschreibung der Zustände 
in der Gesellschaft und der Kräfte, welche diese verursachen. Im 
übrigen liegt sowohl aus älterer wie aus neuerer Zeit eine Menge 
von Material vor, das von anderen Institutionen (z. B. Versiche- 
rungsgesellschaften, Krankenkassen usw.) entweder geradezu in gleicher 
Absicht oder zu speziellen Zwecken eingesammelt worden ist, aber 
sich nichtsdestoweniger zur Beleuchtung gewisser Verhältnisse inner- 
halb der Gesellschaft eignet. 
Im großen und ganzen hat in unseren Tagen die amtliche 
Statistik in weit höherem Maße als früher die gesamte Bevölkerung 
als Mitarbeiter gewonnen. Früher wehrte sich die Bevölkerung 
vielfach gegen die Einsammlung statistischer Beobachtungen; in 
jeder Volkszählung sah sie ein Mittel in der Hand der Regierung 
zum Herauspressen der Steuern. Dieses Vorurteil, das teils durch 
die in jenen Zeiten übliche Verheimlichung der Resultate ver- 
schuldet war, dürfte nunmehr fast überall verschwunden sein ?). 
Die Folge ist denn auch die, daß viele Aufgaben, die früher fast 
für unlösbar galten (selbst eine so einfache wie die Feststellung der 
Einwohnerzahl einer Gesellschaft durch eine Zählung), jetzt ver- 
hältnismäßig leicht lösbar sind; dies gilt nicht nur hinsichtlich der 
Volkszählungen, sondern auch in bezug auf die Erhebung des Materials 
zur Arbeiterstatistik, zur Verbrauchsstatistik usw. 
5%. Wenn man die Erhebung so veranstaltet, daß die ganze 
Bevölkerung oder große Kreise derselben zu Mitarbeitern heran- 
gezogen werden, dürfen die gestellten Fragen nicht ebenso ver- 
wickelt sein, wie wenn ein ganz enger Kreis von Personen Beob- 
achtungen anstellt; es ist daher notwendig, die gestellten Fragen so 
einfach zu formulieren, daß sie so wenig wie möglich zu Mißver- 
ständnissen Veranlassung geben, und daß somit am meisten Aussicht 
vorhanden ist, genaue Beantwortungen zu erzielen. 
!) Siehe hierüber z. B. Det statistiske Departement 1896—1920, Kobenhavn 
1920, S. 20—29
	        
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