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Fall. Aber daß die Fälschung zuletzt ans Licht kam, ist ein Be-
weis für die Zuverlässigkeit der statistischen Beobachtungsreihen
im allgemeinen. Die Zahlen sind häufig unvollkommen, und man
setzt sich oft Trugschlüssen aus; aber die bewußte Fälschung hat
ihr Korrektiv darin, daß nicht alle Beobachtungsreihen dem
Fälscher zugänglich sind. Gerade die überraschenden Schlüsse auf
Grundlage irgendeiner Statistik müssen eine ernste Aufforderung
anthalten, Beobachtungen zur Bestätigung oder zur Kritik der be-
haupteten Resultate anzustellen. Und selbst da, wo ein positiver
Beweis der Fälschung nicht glücken sollte, würde man wenigstens
Jas verfälschte Beobachtungsmaterial durch zahlreiche Untersuchungen
sinkreisen und dadurch als sehr wahrscheinlich hinstellen können,
Jaß eine Fälschung geschehen sei. Wie oben bemerkt, liegt die
Garantie für die statistischen Ergebnisse gerade darin, daß sie ein
System bilden; enthält dies etwas, was zu den übrigen Ergeb-
nissen in Widerspruch steht, dann wird ganz natürlich das Miß-
trauen erweckt und neue Untersuchungen werden angestellt, bis man
in der betreffenden Frage zur sicheren Lösung gelangt.
61. Wo es sich um wirtschaftliche Verhältnisse handelt,
können andere Fehlerquellen vorliegen. Vergleicht man z. B. die
Handelsstatistik zweier Länder, die gegenseitigen Warenaustausch
haben, dann wird man bald auf so viele Schwierigkeiten stoßen, daß
man wohl nie mit einem ganz einwandfreien Material zu rechnen wagen
kann. Beispielsweise seien nach der offiziellen Statistik Schwedens,
Norwegens und Dänemarks für das Jahr 1913 die Wertzahlen (in
1000 Kr.) für die Ein- und Ausfuhr einander gegenübergestellt :
Statistik des
Ausfuhrlandes Einfuhrlandes
534 034 46 328
70 650 71 104
26 682 25 928
9181 8755
/ 83 51 810
„19 300 28 347
Schweden nach Norwegen
» „ Dänemark
Norwegen nach Schweden
” „ Dänemark
Dänemark nach Schweden .
„ Norwegen .
Wie man sieht, stimmen die Zahlen nicht gerade glänzend überein;
auch bei einer Betrachtung der einzelnen Waren werden sich viele
Abweichungen ergeben. Ein besseres Resultat hat man In Bayern
erreicht, indem man für einige Jahre mit Hilfe der amerikanischen
Konsulate und Exportfirmen eine Statistik über den Anteil Bayerns
an der Ausfuhr der Vereinigten Staaten beschafft hat. Die Über-
einstimmung mit der Reichsstatistik ist befriedigend *).
') C. Meisinger, Handels- und Schiffahrtsstatistik, in der Festschrift
{ür v. Mayr, a. a. O0. S. 271.