fullscreen: Cost of living in German towns

Niederlanden Middelburg den Stapel streitig; namentlich Rotter- 
dam warf ein Auge auf ihn, während, die Fellowship glaubte, in 
Amsterdam einen gesicherteren Aufenthalt zu finden als in dem 
von der englischen Opposition bedrohten Middelburg. Als dann 
König Jakob 1615 die Ausfuhr ungefärbter und unappretierter 
Tuche verbot und den Adventurers ihre Charter abforderte, er- 
ließen die Staaten von Holland sogleich ein Verbot der Einfuhr 
gefärbter Tuche, außer der nicht schwarzen; andere Provinzen wie 
auch die Generalstaaten folgten mit der gleichen Maßregel. Gerade 
in der Färbung und Appretur waren die Holländer Meister?!); er- 
folgte sie im Auslande, so bestand kein Interesse mehr an der Ein- 
fuhr der Tuche. Nachdem aber infolge des Rückganges der eng- 
lischen Tuchindustrie 1617 die Fellowship wiederhergestellt war, 
hatten sich inzwischen die Interlopers stark ausgedehnt, vorzüglich in 
Amsterdam?®). Die Fellowship blieb noch kurze Zeit in Middelburg 
und siedelte 1621 nach Delft über. Das war für sie kein Ge- 
winn; in der Provinz Holland nahm die eigene Tuchindustrie und 
der Tuchhandel eine ganz andere Stellung ein als in Seeland — wir 
kommen darauf zurück —, und Delft selbst hatte für den See- 
handel nicht die Bedeutung wie Middelburg. Von Amsterdam aus, 
das sich dem Court und seiner exklusiven Tendenz stets abgeneigt ge- 
zeigt hatte, leistete man ihm wegen seines Monopols, seines angeblichen 
Kleinhandels usw. jetzt starken Widerstand. Den Delftern wurden 
deshalb auch seitens der Staaten von Holland viele Schwierigkeiten 
bereitet; in dem Reglement, auf das man sich schließlich einigte 
(19. Juni 1621), wurde die Bewilligung der Niederlassung abhängig 
gemacht von dem Fortbestehen der Privilegien, die die Nieder- 
länder in England genossen; auf das Verbot der Einfuhr gefärbter 
und zubereiteter Tuche verzichtete man nicht; ihre Tuche selbst 
zu färben, wurde den Adventurers untersagt, ebenso der Kleinver- 
kauf und die Einrichtung eines zweiten Stapelplatzes in den Nieder- 
landen). Die Rotterdamer, die sich gleichfalls um die Nieder- 
lassung bewarben, hatten noch viel schärfere Bedingungen gestellt; 
nämlich, daß sich eine General-Gilde aller an der Tuchindustrie 
Interessierten in den Niederlanden bilden sollte und daß die Eng- 
?) Vgl. oben S. 9gof., 95, 974f. 
2?) teLintum, Si 70: 
5) teLintum, S.8;3ffi 
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