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es, daß von niederländischer Seite den Interlopern die frühere
Freiheit zugestanden wurde, d. h. daß sie nicht nur den Stapelplatz
des Court, sondern auch andere Häfen aufsuchen durften. Auch
sorgten die Staaten von Holland dafür, daß unter den Court-Waren,
die das Stapelprivileg genossen, nur die weißen, unbereiteten Tuche
verstanden werden sollten!). Alles dies beeinträchtigte den Wert der
Rotterdamer Niederlassung. Es gelang auch nicht, die Interlopers
hier zu fesseln. Die Stadt verweigerte deshalb die Zahlung der ge-
nannten Summe?). Dennoch bedeutete die Aufnahme
des Court fiürRotterdam einen. nicht geringen
Fortschritt; erst dadurch wurde es die zweite
Hauptstadt der Niederlan:de®).; Andererseits: wurde
der Handel zwischen England und Rotterdam damals keineswegs
ausschließlich durch die Adventurers betrieben; er lag zum Teil
in den Händen der schon früher in Rotterdam ansässigen englischen
Kaufleute, deren Zahl sich infolge des englischen Bürgerkrieges
noch vermehrte. Insbesondere mit London bestand ein starker
Verkehr; von dort kam u. a. viel westindischer und Virginia-Tabak
nach Rotterdam; aber auch mit Yarmouth, Colchester, Newcastle,
Sunderland hielt man Verbindungen aufrecht. In den Jahren
1635—1642 hat der Court zweifellos gute Zeiten in Rotterdam er-
lebt; er richtete sich jeweilig nach den veränderten Verhältnissen.
Nur die Interlopers in Amsterdam machten ihm viel zu schaffen;
und andauernd brachte Amsterdam solche Streitfälle vor die Staaten
von Holland; stets lieh es den von Rotterdam verfolgten Inter-
lopern seine offene oder geheime Unterstützung*). Zuletzt ver-
ließen diese Rotterdam ganz, da sie dort bei dem Court keinerlei
Schutz fanden. Unter dem englischen Bürgerkrieg litt der Court
stark; erst nach Errichtung des Commonwealth erholte er sich
wieder. Selbst während des ersten englischen Krieges blieben die
Adventurers z. T. in Rotterdam, wo man sie trotz der politischen
Feindschaft gut behandelte. Mit dem Frieden von 1654 gestaltete
sich doch alles anders; der Hauptstapel war seit 1652 nicht mehr
in Rotterdam, sondern in Hamburg. Man suchte den Court freilich
.teLintum,. S:. 1394; Bijlsma, S. 93.
?) Es wurden nur 30 000 fl. bezahlt (te Lintum, S. 163 f.).
*# teLintum, SiıIII{.
te Lintum, S. 146 ff., 151.