Edo Fimmen. 1707)
arbeiterstreik, den größten Streik, den ich in meinem Leben gesehen habe.
Ich glaube im Namen des Kongresses zu sprechen, wenn ich diesen
britischen Bergarbeitern unsere tiefste Bewunderung ausdrücke. Ihre
Niederlage war nicht ihre Schuld. Sie fällt zu Lasten der übrigen Arbeiter
in England, die nach einem sehr kurzen und wirkungslosen Generalstreik
die Bergarbeiter in der Patsche sitzenließen. Sie fällt auch zu Lasten der
internationalen Sozialisten, die gleichfalls die britischen Bergarbeiter nicht
unterstützten. Die wirksamste Art, in der die Arbeiter der andern Länder
hätten Beistand geben können, wäre die Weigerung der Transportarbeiter ge-
wesen, Kohle vom Kontinent nach Großbritannien zu schicken. Aber die
bloße Tatsache, daß britische Bergarbeiter sieben Monate aushalten konnten,
und die einzig wirksame Hilfe, die sie erhielten, von den Arbeitern Ruß-
Jands kam, wo wir eine proletarische Regierung haben, ist von größter Be-
deutung.
Diese Anzeichen von dem Wiedererwachen der revolutionären Kraft
unter den Arbeitern Europas lassen mich hoffen, daß wir es endlich doch
erreichen werden, daß alle revolutionären Elemente sich in einer großen
Armee zur Niederkämpfung dieses ruchlosen Imperialismus und Kapita-
lismus vereinigen. Ihr sollt mitarbeiten und uns helfen, nicht durch Worte,
sondern durch Taten. Wenn Ihr in Euer Land zurückgeht, so macht es dort
klar, daß unsere Sache die Sache der Menschheit ist, und nach Erringung
unseres Zieles es in der Welt keine Klassen mehr geben wird. Es wird keine
Ausbeuterklasse mehr geben, die aus dem Arbeiter Tribute erpreßt; und es
wird keine Nation mehr geben, die von irgendeinem imperialistischen Lande
unterdrückt wird. Dann wird die Zeit da sein für ein großes Fest zu Ehren
des ewigen Friedens. Aber gegenwärtig können wir uns nicht auf pazi-
fistische Aktionen beschränken, sondern wir müssen Kämpfer sein, Kämpfer
sein bis zum Ende.
Der Generalsekretär des Internationalen Transportarbeiterverbandes,
Edo Fimmen (Holland),
ergreift das Wort:
1 ch willigte ein, heute abend auf diesem Kongreß über den Tagesordnungs-
punkt „Zusammenarbeit zwischen den nationalen Freiheitsbewegungen in
den unterdrückten Ländern und der Arbeiter- und anti-imperialistischen Be-
wegung in den imperialistischen Ländern“ zu sprechen. Zuerst muß ich
darauf hinweisen, daß ich darüber nur meine eigene persönliche Meinung
zum Ausdruck bringe. Es tut mir leid, daß ich heute abend nicht als
offizieller Vertreter irgendeiner europäischen oder internationalen Orga-
wr