Full text: Entwicklungsbedingungen und Aufgaben der modernen Wirtschaftstheorie

In welch hohem Maße sich diese tatsächlich in dieser Weise 
auswirkte, ist ebenso bekannt, wie es die Lücken und Fehler 
sind, die sich aus diesem Systeme im Verlaufe der wirtschaft— 
lichen Entwicklung ergaben. Aber item, das erwähnte Gesetz 
bildete in der Tat die allgemeinste organisatorische Grund— 
lage der Ordnung der Produktion in damaliger Zeit. 
Wie sieht es damit heute aus? Auch hier könnte man 
sagen, wo sich nichts anderes ein- und herausgebürgert hat, 
besteht dieses Gesetz noch. Aber es hat sich eben meist etwas 
anderes herausgebürgert! Nur ein Blinder könnte das über— 
sehen. 
Unsere heutige industrielle Produktion steht im Zeichen 
der vertikalen und vor allem auch der horizontalen 
Konzentration. Und was sich darüber hinaus an ein— 
zelnen Stellen der Wirtschaft, zunächst nur versuchs- und an— 
deutungsweise — wie zu des alten Stinnes Zeiten z. B. — 
und erst dem Keime nach anzubahnen trachtet, ist m. E. 
die Bildung autarker, auf dem Prinzipe der weitgehendsten 
Selbstversorgung und damit auch des Selbstverbrauches auf— 
bauender Wirtschaftsgebilde und -gebiete, aber nicht 
etwa räumlichen, sondern sachlichen Zusammenhaltes und 
Zusammenhanges, eingebettet mitten in die Substanz der 
übrigen Wirtschaft: Einheitliche Wirtschaftsgebiete aber nicht 
räumlicher — im Gegenteil! — sondern sachlicher Ge— 
schlossenheit. (Wir kommen m. E. heute mit den Be— 
griffen der horizontalen und vertikalen Konzentration kaum 
mehr aus.) 
Doch sei dem, wie ihm wolle! Die Tatsache des Bestehens 
der ersterwähnten Konzentrationsbewegung genügt, um das 
von uns gezeichnete Bild in wichtigen Belangen zu vervoll—⸗ 
ständigen. 
Kartelle, Trusts und Konzerne, Syndikate, Interessen— 
gemeinschaften und Kontrollgesellschaften, oder welche Formen 
der Konzentration es auch sein mögen, sie alle drücken dem 
Wirtschaftsleben der Gegenwart einen charakteristischen Stempel 
auf. Ziele, Zwecke und Auswirkungen der Konzen— 
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