Die Bevölkerung New NYorks z. B. ist in einem Tempo des
Zunehmens begriffen, das bei weiterem Anhalten in 100 Jahren
phantastische und geradezu unmögliche Zahlen der Bevölkerung
ergeben müßte. Ein eingleisiger induktiver Schluß würde
nun etwa mit einer derartigen fortgesetzten Zunahmetendenz
rechnen. Das wäre falsch! Eine solche Vermehrungstendenz
ist nicht etwas Fürsichbestehendes. Sie steht eben ihren
Grundbedingungen nach in einem Kausalnexus von funk—
tionellen Abhängigkeiten, sie steht in einem kommuni—
zierenden Röhrensystem mit anderen Kausalreihen, deren Ge—
samtberücksichtigung erst eine Prognose dieser Erscheinung
gestattet, und deren Gesamtwirkung der Ausdehnung der Be—
völkerung alsbald gewisse Schranken setzt. Die letztere geht be—
kanntlich zu einem Teile auf Zuwanderung von Bevölkerungs—
teilen aus dem ganzen Lande vor sich. Ganz grob gesehen, liegt
in dieser ihrer Grundbedingung schon ein determinierendes und
u. U. retardierendes Element. Die Zuwanderung hat ja natur—
gemäß ihre obere Grenze in der Größe und dem Vorhanden—
sein dieses Reservoirs. Die Bevölkerungsvermehrungstendenz
New NYorks ist also gewissermaßen das e in einem C-dur-Drei⸗
klang, den sie zusammen mit anderen Entwicklungstatsachen
und Erscheinungen bildet. Sie ist solcherart das Glied in
einer zusammengesetzten und übergeordneten Gesamterscheinung,
etwa der wirtschaftlichen usf. Gesamtentwicklung, die als solche
begriffen, aber mit den Mitteln der Kausalforschung
erforscht und analysiert werden muß.
Gerade so geht es uns mit der Wirtschaft. Sie ist
wie gesagt ein Ganzes, ein „Mehr“ als die bloß additive
Verbindung von Einzelwirtschaften. Sie muß ebenso wie die
Gesellschaft als solches „Mehr“ begriffen werden. Aber ihre
Erforschung kann dennoch notwendigerweise nicht anders als
durch Aufdeckung der rein kausalen Zusammenhänge erfolgen.
Nur muß die wissenschaftliche Untersuchung, was eigentlich
selbstverständlich ist, und zu verschiedenen Zeiten mit wechselndem
Erfolge angestrebt wird, allseitige Kausalforschung befolgen,
und nichteingleisige, weil die Kausalbeziehungen selbst eben
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