Full text : Der deutsche Buchhandel

24 I. Die Organisation des deutschen Buchhandels.
Der Bibliothek ist das „Deutsche Buchhandels-Archiv“ angegliedert,
 dem die Sammlung und Nutzbarmachung des in wirtschaftlicher
 Hinsicht in Betracht kommenden Materials aus Vergangenheit
und Gegenwart obliegt.

Die Deutsche Bücherei des Börsenvereins der Deutschen
Buchhändler, .
(Satzung vom 19. Sept. 1912.)
Der Börsenverein der Deutschen Buchhändler errichtete in Leipzig
sin Archiv des deutschen Schrifttums und des deutschen Buchhandels,
 eine öffentliche, unentgeltlich an Ort und Stelle zur Benutzung
 reistehende Bibliothek unter dem Namen „Deutsche
Bücherei“,
Die Deutsche Bücherei hat den Zweck, die gesamte, vom 1. Januar
 1913 an erscheinende deutsche und fremdsprachliche Literatur
des Inlands und die deutsche Literatur des Auslands zu sammeln,
aufzubewahren, zur Verfügung zu halten und nach wissenschaftlichen
 Grundsätzen zu verzeichnen.
Ausgeschlossen sind Musikalien und täglich erscheinende Druckschriften.

Die Einweihung des Gebäudes der Deutschen Bücherei fand am
2. September 1916 statt, wozu trotz dem Kriege die geistige Elite
des deutschen Volkes und seiner Freunde erschienen war.
Die Mehrzahl der Büchereingänge wird vom Verlag kostenlos geliefert;
 die Gegenleistung dafür ist die Herstellung der gesamten
Bibliographie für den Buchhandel. Die Grundlagen dazu geben die
Titelaufnahmen, die täglich im Börsenblatt veröffentlicht und hiernach
 in dem „Wöchentlichen Verzeichnis“ zusammengestellt werden,
aus dem sie in das „Halbjahrsverzeichnis‘“ und dann weiter in die
Bücherkataloge des Börsenvereins übergehen, in denen die Neuerscheinungen
 und neuen Auflagen von fünf zu fünf Jahren zusammengestellt
 werden, Diese Kataloge sind das wichtigste bibliographische
Material des deutschen Buchhandels und von größter Zuverlässigkeit.
Auch das „Literarische Zentralblatt für Deutschland“ und die für
den Bücherkauf werbenden Zeitschriften des Börsenvereins, sowie
zahlreiche andere Bibliographien schöpfen aus dieser Quelle.
Im Hinblick auf den Nutzen für den Gesamtbuchhandel wird u. a.
in der Deutschen Bücherei auch ein Katalog geführt,!) wie ihn
keine andere Bibliothek besitzt, das ist die Verlegerkartothek, die
den gesamten Bücherbestand in der alphabetischen Folge der Verlagsfirmen
 enthält. Er hat einen gewaltigen. Umfang erreicht, da
im Jahre 1925 schon eine halbe Million Einzelbände im Hause

1) Nach Dr. Hans Präsent.
            
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