VI. Die ‚Ausbildung zum Buchhändler. 69
Auf besonderen Wunsch kann auch Unterricht in Spanisch,
Russisch und Esperanto ‚genommen ‚werden, Wahlfächer werden
jedoch nur bei genügender Teilnahme gelehrt.
Der Oberstudiendirektor der Anstalt ist unter Zustimmung der
betreffenden Dozenten berechtigt, geringfügige und unwesentliche
Änderungen der Stundenzahl vorzunehmen, soweit es zur Erreichung
des Gesamtzieles angemessen und zweckmäßig erscheint. ;
Von ausschlaggebender Bedeutung für die Durchführung eines
solchen .Studienjahres in Leipzig sind für Auswärtige die Kosten.
Den geringsten Teil machen die Gebühren aus. Sie betragen für
das Jahr insgesamt 250 Reichsmark. Der unbedingt notwendige
Unterrichtsbedarf hält sich ebenfalls in mäßigen Grenzen. . Die
Anstalt unterhält neben einer allgemeinen Bücherei von annähernd:
9000 Bänden, die ständig vermehrt werden, eine Fachbibliothek, die
unter gewissen Bestimmungen in einem besonderen Raum (Seminar)
den Hörern und Hörerinnen ständig zur Verfügung steht. Die Kosten
für die äußere Lebenshaltung richten sich natürlich ganz nach den
persönlichen Ansprüchen. Junge Damen ziehen gewöhnlich. Unter-
kunft mit Verpflegung in einer Familie vor, während junge Männer
in gewissem Alter meist nur ein Zimmer mit Frühkaffee mieten und
sich frei beköstigen. Hierzu werden die Hörer und Hörerinnen zum
Mittags- und Abendtisch der Leipziger Studentenschaft zugelassen.
Dadurch wird der Aufenthalt zwar wesentlich verbilligt, doch wird
man mit einem Aufwand von 90 %% monatlich zu rechnen haben,
während 130 ZK eine gute Lebenshaltung ermöglichen dürften. Etwa
1200 2 alles in allem werden bei Berücksichtigung der Ferien für
ein Studienjahr in Leipzig anzusetzen sein. Einige Stipendienmittel
stehen aus der Max-Röder-Stiftung des Sächsischen Staates und aus
der Peter-Urban-Stiftung zur Verfügung; doch werden diese regel-
mäßig um Weihnachten vergeben, so daß es sich nicht empfiehlt,
auf Berücksichtigung von vornherein zu rechnen. Wiederholt ist
in den Kreisen des Buchhandels erörtert worden, aus Mitteln des
Börsenvereins oder von Kreis- und Ortsvereinen der Buchhändler
einzelne Freistellen zu errichten. Selbst die Frage eines Heims für
junge Buchhändler, die in Leipzig eine berufliche Weiterbildung
suchen, ist gelegentlich aufgetaucht; doch dürfte die Verwirk-
lichung dieses Wunsches noch auf sich warten lassen.
IV. Fortbildungseinrichtungen.
In den Fachkursen können einzelne Gegenstände durch Gasthörer
belegt werden. Regelmäßig durch die Wintermonate finden Abend-
kurse in einzelnen Fächern statt. Mit großem Erfolg führte die
Anstalt Sonderkurse für Teilnehmer aus dem Gesamtbuchhandel zur
Erörterung von beruflichen Zeitfragen durch. Und gern hat sie
auch jederzeit auswärtigen Besuchern und Vereinen Räume und