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reichten, worauf er keine bestimmte Antwort gab. Aber
Herrn Taintors Schätzung war, wie er selbst zugab, auch für
die dreieinhalb Jahre bei weitem nicht vollständig. Matthew
J. L’Rourke, der für die Enthüllungen verantwortlich war
und der eine äußerst sorgfältige Studie über die Manipula-
tionen des „Ringes“ gemacht hat, sprach die Meinung aus,
von 1869 bis 1871 habe der „Ring“ über 75 Millionen Dollar
gestohlen, und die Gesamtdiebstähle von 1865 bis 1871,
wozu die großzügige Ausgabe schwindelhafter Obligationen
gehört, beliefen sich auf 200 Millionen Dollar.
Man profitiert von gigantischen Diebstählen
Jeder intelligente Mensch wußte 1871, daß "Tweed,
Connolly und ihre Genossen kolossale Diebe waren. In
diesem Jahr aber wurde eine Kommission aus den führenden
Bürgern New Yorks, nämlich John Jacob Astor junior,
Moses Taylor, Marshall O. Roberts, E. D. Brown, George
K. Sistare und Edward Schell, veranlaßt, eine Unter-
suchung der Bücher des Revisors zu machen; sie erstattete
einen höchst lobenden Bericht, worin Connolly wegen seiner
Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit empfohlen wurde. Warum?
Weil sie offenbar selbst in heimlichem Einverständnis mit
diesen politischen Banditen waren und von ihnen Sonder-
rechte und Befreiungen bekamen, deren Wert .sich auf
Hunderte von Millionen Dollar belief. Wir haben gesehen,
wie Connolly dieser Klasse führender Bürger Geschenke
aus städtischem Besitz machte. Ja, eine korrupte Ver-
waltung war gerade das, was die Reichen wollten, denn
mit einer solchen konnten sie nach Belieben Vereinbarungen
treffen, um der Besteuerung ihres Besitzes zu entgehen,
die Einschätzung ihres Grund und Bodens auf eine Kleinig-
keit herabzudrücken und sich öffentliche Gerechtsame aller
Art zu sichern.
Nicht der leiseste Zweifel kann darüber bestehen, daß
die Reichen, als Klasse, es gern gesehen hätten, wenn die
Tweed-Herrschaft noch länger gedauert hätte. Sie mochten
sich den Anschein großer Moralisten geben und die Armen
in Religion und Politik unterweisen lassen — diese Haltung