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vor, von dieser Gesellschaft nach und nach die Aktien zurückzukaufen
und so später selbst in den Genuß des nutzbaren Eigentums zu treten;
aber bei den vielen Kriegskosten, welche die Republik zu tragen hatte,
kam sie in der Folge nie dazu, dieses Vorhaben auszuführen. So blieb
das Dominium utile auf Chios und Phocäa immer in den Händen
dieser Aktiengesellschaft. Es wechselten die Besitzer und die Familien,
und 1362 beschlossen die Maonesen, um ihrer Gemeinsamkeit auch vor
der Welt einen adäquaten Ausdruck zu verleihen, unter Ablegung ihres
bisherigen Familiennamens den Namen Giustiani anzunehmen. Diese
nahmen auf Chios selbst ihren Wohnsitz, und, wenn nicht rechtlich, so
doch tatsächlich, teilten sie alle Finanz- und Verwaltungsämter der
Insel unter sich auf. So wurde durch die kriegerische Unternehmung
des Vignosi eine Kolonie gegründet, welche unter der Oberhoheit der
Republik Genua über 200 Jahre lang von einer aus genuesischen Ge
schlechtern bestehenden Kompagnie regiert, verwaltet und fiskalisch aus
gebeutet wurde. Ihr Gebiet umfaßte nicht bloß Chios und die beiden
Phocäa, sondern noch die kleineren Inseln Samos, Nicaria, Önussa
und Santa Panagia."
Das ist die interessante, leider zu wenig bekannte Entstehungs
geschichte der Maona, welche nicht nur spezielle, sondern auch allgemeine
Beachtung verdient. Die Maona war in einer Epoche entstanden, in
der, weil Genua griechische Interessen geschädigt hatte, Venedig im Ein
vernehmen mit Byzanz stand; daher versuchte der Jnterimskaiser Kanta-
kuzenus, nachdem der friedliche Weg zur Anerkennung der griechischen
Herrschaft in den Besitzungen der Maona nicht zum Ziele geführt
hatte, seinen Willen mit Gewalt und venetianischer Unterstützung durch
zusetzen: 1348 geboten wieder griechische Statthalter in den beiden
Phocäa, freilich in Altphocäa nur bis 1351, in Neuphocäa bis 1358,
und auch die erneuten gemeinsamen Versuche von Kantakuzenus, Venedig,
Pisa und Peter IV. von Aragon führten nach wechselndem Kriegsglück
1354 zur vollständigen Vernichtung der venetianischen Flotte durch
Doria im Hafen von Altnavarin.
Der Jnterimskaiser Kantakuzenus hatte sich hauptsächlich venetia
nischer Unterstützung in seiner inneren und äußeren Politik bedient,
und als es nun dem großjährig gewordenen Kaiser Johannes V. Paläo-
logus mit Hilfe der Genuesen gelungen war, Kantakuzenus zur An
erkennung seiner kaiserlichen Regierungsrechte zu zwingen, da erhielt
der Genuese Gattilusio die Schwester des Kaisers zur Frau, er bekam
als Mitgift die Insel Lesbos und von der Maona pachtete er für sich
und seine Nachkommen Altphocäa. Ein bald darauf abermals zwischen
Venedig und Genua über diese Besitzungen entbrannter Krieg führte
nach einer vorübergehenden Besetzung von Altphocäa durch die Venetianer