Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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Zaccaria  ging  der  Besitz  von  Phocäa  1314  an  das  Haus  Cattaneo
über  *),  aber  nach  mehrfachen  Versuchen  des  griechischen  Kaisers  Andronikus
  III.,  teils  mit  Hilfe  der  Venetianer,  teils  mit  Hilfe  der  Türken
Phocäa  wieder  in  seinen  Besitz  zu  bringen,  gelang  es  endlich  1340
einem  griechischen  Megaduca  einen  Statthalter  dort  einzusetzen,  so  wie
auch  Chios  seit  1329  bereits  von  einem  griechischen  Statthalter  wieder
verwaltet  worden  war.  Der  Tod  Adronikus  III.  1341  und  die  daraus
sich  ergebenden  inneren  Kriege  um  das  Interregnum  in  Byzanz  boten
den  Genuesen  eine  willkommene  Gelegenheit,  Phocäa  und  Chios  für
sich  wieder  zu  gewinnen.  Da  der  Kreuzzug  von  1343  infolge  des
Einspruchs  des  Papstes  nicht  gegen  Chios  gerichtet  werden  konnte,  und
weil  die  genuesische  Staatskasse  nicht  die  Mittel  zur  Ausrüstung  einer
Flotte  besaß,  schufen  1345  eine  Anzahl  wohlhabender  Genuesen  eine
Flotte  unter  der  Bedingung  des  Wiederersatzes  der  Kosten  aus  den
städtischen  Einkünften.  „Die  Flotte  war  ursprünglich  gegen  einen  Aufstand ­
  an  der  ligurischen  Küste  bestimmt,  aber  die  Aufständischen  gingen
auseinander,  ohne  daß  es  zum  Schlagen  kam,  und  so  gab  man  der
Flotte  eine  andere  Bestimmung.  Die  Flotte  ging  nach  Chios,  bemächtigte ­
  sich  der  Insel  in  4  Tagen,  nach  einvierteljähriger  Belagerung
auch  des  Kastelles,  und  das  Gelingen  der  Eroberung  von  Chios  weckte
in  dem  Führer  Vignosi  und  seinen  Gefährten  die  Lust,  auch  die  beiden
Phocäa,  welche  so  lange  unter  demselben  genuesischen  Dynastenhaus  mit
jener  Insel  vereint  gewesen,  zu  erwerben.  So  fielen  denn  auch  Ende
des  Jahres  1346  die  beiden  Phocäa  der  ebenso  tapferen  als  glücklichen ­
  Kompagnie  in  die  Hände.  Eine  genuesische  Besatzung  sicherte
die  Orte.
Zwischen  den  Eroberern  und  der  genuesischen  Kommune  fand  nun
eine  längere  Unterhandlung  statt,  welche  endlich  am  16.  Februar  1347
zu  einer  definitiven  Auseinandersetzung  führte.  Die  Kommune  hatte
sich  ja  anheischig  gemacht,  den  Schiffseignern  ihre  Auslagen  aus  den
Staatseinkünften  zu  ersetzen,  und  diese  Auslagen  berechneten  sich  auf
203000  Lire,  aber  die  Staatskasse  war  immer  noch  leer.  So  wurde
denn  den  Unternehmern  der  Expedition  das  ganze  nutzbare  Eigentum
auf  der  Insel  sowohl  als  in  Phocäa  überlassen,  um  sich  daran  schadlos
zu  halten.  Jeder  der  Schiffspatrone  erhielt  eine  Aktie,  welche  ihm  das
Anrecht  auf  eine  bestimmte  Quote  der  öffentlichen  Einkünfte  gewährte,
und  so  konstituierten  sich  die  Eroberer  von  Chios  und  Phocäa  zu  einer
Aktiengesellschaft,  welche,  wie  andere  ähnliche  Gesellschaften  der  damaligen ­
  Zeit,  den  Namen  Maona  oder  Mahona  führte,  während  die
Aktionäre  selbst  Maonesen  genannt  wurden.  Die  Kommune  behielt  sich

v j  Heyd  1879,  Bd.  I,  S.  531,  569.
            
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