und ich möchte auch glauben, daß für eine so lange Strecke wie Berlin—
Leipzig—München ein Bedürfnis für den Bau von Nur-Autostraßen, für
die ganze Strecke wenigstens, unmöglich bejaht werden kann.
Wenn die Bestrebungen bezüglich des Ausbaues der Straßen dahin
zehen, daß die Wegeunterhaltungspilichtigen untereinander sich darüber
verständigen, welche Strecken zuerst ausgebaut werden sollen und nach
welchen Gesichtspunkten sie ausgebaut werden sollen, um den Auto-
verkehr zu fördern, so würden wir das natürlich als sehr zweckmäßig
begrüßen können. In Preußen würden als Unterhaltungspflichtige in erster
Linie die Provinzen und Kreise in Betracht kommen. Aber auch die
preußische Staatsregierung würde bereit sein, in diesem Sinne ihre Mit-
wirkung zur Verfügung zu stellen. (Bravorufe.)
Herr Ministerialdirektor Geh. Rat Dr. Klien
(Sächsisches Wirtschaftsministerium):
Meine Herren! Daß die sächsische Regierung Ihren Plänen lebhaftes
interesse entgegenbringt, brauche ich nicht besonders zu betonen. Sie
wollen das an der großen Anzahl sächsischer Regierungsvertreter aus
Dresden und Leipzig erkennen, sowie daran, daß wir Ihnen zum Einfangen
für Ihre Pläne unseren Herrn Speck zur Verfügung gestellt haben. Die
Regierung begrüßt es, daß durch die Maßnahmen der Stadt Leipzig die
Pläne der Regierung, die für die Strecke Berlin—Leipzig bei der Kreis-
hauptmannschaft schon vorliegen, einen weiteren Impuls erfahren und
hofft, daß die beiderseitigen Wünsche konform gehen.
Daß Leipzig als bedeutendes Wirtschaftszentrum, als Handels-, In-
dustrie- und Messestadt an der Straße liegen wird, ist selbstverständlich.
Ob freilich die Wünsche aller anderen Städte sich ebenso erfüllen lassen,
ist nicht ganz so selbstverständlich, aber ich hoffe, daß sich auch hier he-
iriedigende Lösungen finden lassen werden.
Was die Art der Ausführung anlangt, so bin ich mit dem Vorredner
der Auffassung, daß wir uns, da die Finanzen des Staates und der Ge-
meinde nicht gestatten, die Straße gleich in höchster Vollendung auszu-
führen, mit weniger Vollkommenem begnügen, aber die größere Vall-
kommenheit als Ziel im Auge behalten müssen.
Zusammenfassend darf ich feststellen, daß die Regierung Ihre Planung
m Rahmen ihrer Zuständigkeit und Mittel tatkräftig unterstützen wird.
Herr Ministerialrat Vilbig
(Bayerisches Staatsministerium des Innern):
Meine sehr geehrten Herren! Die bayerische Regierung, namentlich
aber das hauptbeteiligte Staatsministerium des Innern, in dessen Namen
ich hier spreche, hat an dem vorliegenden Beratungsgegenstand selhet-