Full text : Kritische Studien zum wirtschaftlichen Problem des Zwei- und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben

— EL o—
der Fehler ermittelt ist, erst im 4. Monat nach der Wiedereinführung
 des Zweischichtensystems erreicht wurde, obwohl
die Zahl der Belegschaft bereits um 46 °%% gegenüber dem
Durchschnittsstand von 1923 gesunken war. Diese Tatsache
 zeigt wieder besonders deutlich, wie das Fallen und
Steigen der Leistungen des Einzelnen nicht entscheidend
mit der Veränderung der Arbeitszeit verknüpft ist, sondern
vorwiegend auf andere Ursachen zurückgeführt werden muß,
deren Zusammenwirken allein im Blick auf das Ganze der
Betriebsgestaltung und Betriebsführung erfaßt und sinnvoll
beurteilt werden kann.
$ 15. Die verschiedenen Bedingungen arbeitsstündlicher
Produktion neben der Arbeitszeit.
Gerade die Zahlen der sog. „arbeitsstündlichen Produktion“
 werden oft ohne weiteres als eine unmittelbar
getreue Wiedergabe der sog. „Arbeitsintensität“ und ihrer
Veränderungen hingestellt, so daß ihre Schwankungen
bei Veränderung der Arbeitszeit geradezu als "Spiegelbild
von deren Auswirkungen gelten. Tatsächlich aber bilden
„Arbeitszeit und Menge der arbeitsstündlichen Produktion
nur zwei Fäden in einem ganzen Geflecht von Ursachen
und Wirkungen“, das nach Lipmann etwa in folgendem
Schema dargestellt werden kann 2:
(Schema siehe S, 52.)
Nach arbeitswissenschaftlicher Forschung ist eindeutig
klargestellt, daß „ein bestimmtes Ergebnis als Wirkung einer
Arbeitszeitveränderung ‚nur dann und insoweit behauptet
werden kann, als bekannt oder nach Lage der Dinge anzunehmen
 ist, daß alle sonstigen Faktoren unverändert
geblieben sind“ ?). Bringt man dieses Schema für den
*) Lipmann, Das Arbeitszeitproblem (2. Auflage), 8. 31.
*) Lipmann, ebenda (1. Auflage), A 438,

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