fullscreen: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

107 
Die vorerwähnte Höhle wurde in einem sehr weichen, gelben Kalkmergel 
angetroffen, in welchem man in 9 achtstündigen Schichten etwa 30 Fuß tief 
bohrte. Die Höhle ergab eine Quelle von außerordentlicher Stärke. Diese 
Quelle wurde den weiteren Bohrarbeiten zum Verhängnis. Der Sohlgestein 
der Hohle wurde von dem Quellwasser unterwühlt, sodaß dieser in großen 
Bänken in das Bohrloch gerissen wurde. Durch das herabstürzende Gestein 
wurden vielfach die Bohrstangen herausgeschlagen; man ging noch unter großen 
Schwierigkeiten etwa 100 Fuß weiter bis zu einer Tiefe von 587 Fuß, wo 
man infolge eines eingetretenen Bruches die Arbeiten als ergebnislos einstellen 
mußte. Im Oktober 1822 unternahm man einen zweiten Bohrversuch. Das 
Bohrloch wurde zwischen Schwenningen und Dürrheim, eine halbe Stunde von 
beiden entfernt, in der Nähe der Torfmoore Schwenningens angesetzt. Der 
Ansatzpunkt lag 2486 Fuß über dem Meeresspiegel. Das Bohrloch, welches 
erfolgreich war, führte auf der Saline Wilhelmshall bei Schwenningen die Be 
zeichnung Nr. 2. Es dürfte von Interesse sein, die geologischen Verhältnisse 
dieses Bohrloches kennen zu lernen. Es wurden bei der Bohrung nachstehende 
Gebirgsarten angetroffen: 
Gebirgsart. 
Gips und Buntmergel 
Mächtigkeit in Fuß. 
120 
Bei 101 Fuß eine 5 Fuß mächtige Kalksteinlage. 
Bei 108 „ Lettenkohle. 
Poröser Kalk st ein 
Unterste Lagen spärlich von Tonflözen durchzogen. 
Kalkstein von Friedrichshall 
Bei 225 Fuß Tiefe eine Kluft, die das Bohrloch von Wassern 
Gelber Kalkmergel 
Bei 319 Fuß in festen Kalkstein übergehend. 
Bei 356 „ mit etwas Gips. 
Bei 367 „ mit blauem Mergelschrefer. 
Bei 378 „ mit Quarznestern. 
Bei 335 „ mit viel Gips und Schwefelkies. 
Bei 386 „ reine Gipslagen mit gelbem Mergel und bitumi 
nösem Ton. 
Bei 391 Fuß reiner Gips mit Mergel und Stinkkalk. 
Bei 410 „ eine 2 Zoll mächtige Hornsteinlage. 
Stinkkalk abwechselnd mit Gips und festem gel 
bem K a l k st e i n 
Bei 422 Fuß mit Ton. 
Bituminöser Ton und Gips 
Etwas salzhaltig, mit dünnen Stinkkalklagen. 
Gips mit dünnen Stinkkalklagen 
Bei 509 Fuß eine starke Quelle angebohrt. 
Bei 533 „ mit blauem Anhydrit. 
Salzton Und Gips 
Ersterer vorherrschend. Bald mehr, bald weniger salzhaltig. 
7 Zoll 
37 
Nach diesem günstigen Ergebnis brachte man ein drittes Bohrloch nieder, 
welches um 1260 Fuß näher an Dürrheim gerückt wurde. Hier traf nian das 
Steinsalz in einer Tiefe von 530 Fuß an und zwar in ausgezeichneter Rein 
heit. Man ging noch 50 Fuß tiefer, ohne das Lager durchsuuken zu haben. 
Das Bohrloch Nr. 4, welches sich in der Nähe von Nr- 3 befand, mußte nach
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.