Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

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eV DTe Konsumbelastung, hat später eher.zu- 
als abgenommen, Die Neigung, den Verbrauch, den. Grund- 
besitz, und die; Vermögens- und Besitzveränderungen jeder ‚Art. zu 
besteuern, den Handel, und das Kapital als solches dagegen zu 
schonen, ‚stieg, mit. der Zeit und. den wachsenden Ausgaben. . Im 
18. Jahrhundert, traten ‚in dieser Hinsicht recht merkwürdige, Zu- 
stände zutage.; Die Vermehrung ‚der einzelnen Belastungsarten 
nahm in stärkerem Maße zu. Das Halten von Dienstboten, Lehr- 
burschen, ‚Kostgängern, wurde ‚steuerpflichtig; für Schornsteine‘}), 
Laternen, ‚die Unterhaltung. der Grachtenmauern waren Abgaben 
zu zahlen. Kaufte man. ein Haus,.das etwa 5500 fl. wert war, :so 
hatte man 236 fl.. Abgaben zu ‚entrichten, also fast 4%. Für 
Kaffee und Tee war eine Abgabe zu zahlen, man mochte ihn trinken 
oder nicht; nur;durch eine eidliche Versicherung, daß keiner. von 
beiden ‚ins; Haus kam, konnte man sich. von der. Abgabe befreien. 
Der Impost auf Salz war teurer als das Salz selbst; von T'/, ‚Pfund 
Brot. waren. 6 Deut zu zahlen, von allen. Gemüsen und Früchten 
ı.Deut für jeden Stüver?).. Alles dies verteuerte das Leben natür- 
lich, ungeheuer und ; schädigte. namentlich, die Industrie, die allzu 
hohe, Lebenskosten nicht vertragen konnte. Die meisten ‚Schrift- 
steller dieser Zeit beklagten, diese Verhältnisse®). 
„rt „Die Last der Imposten und sonstigen kleineren. und größeren 
Nebenabgaben wurde um: so drückender empfunden, ‚als man sich 
ihnen ‚schwer entziehen konnte, weit schwerer;;als. den Convoyen 
und ;Lizenten. Diesen gegenüber half man sich durch einen; aus- 
gedehnten, Schmuggel, der durch, eine korrupte. Verwaltung. be- 
fördert wurde; die Admiralitätskollegien waren hierfür berüchtigt ?). 
kA 1) ‚Über das ‚Schornsteingeld schon 1666/67, van! der;,Goes, ‚Briefwisse- 
ling, S. 245, 277; ferner, Sickenga,,Bijdrage,S. 350; zu;den außergewöhn- 
lichen Abgaben gehörte auch das Herdstättengeld; über dies klagte 1666 van 
der Goes, S. 239; vgl. Sickenga, S. 349 If. 
?) Vgl. die Schilderung bei Eversmann, S. 167,ff.;, Die, Koopman, 
11T, ‚237.18, Sn ; ; 
5) So Serionne, S. 490. 
‘) Pringsheim, S. 3. Über den zunehmenden Schmuggel von Wein 
De Koopmann, IV, 185 ff; sowohl Büsch, Bemerkungen (1786), S. 30, 
wie auch Grabner (17092), S. 248 f., ‚schrieben, die, schlechte Qualität des in 
Holland verzapften französischen. Rotweins der hohen Akzise. zu. Über den Auf- 
ruhr gegen den Eid über den Weinschmuggel (1751) Blok, Geschiedenis y. h. 
ned. Volk, VI, 255.
	        
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