Object: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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kann x ), um gegenüber den Mitbewerbern noch einen „Marge“ zü 
haben. Eben deshalb muß ein geordnetes Selbstkostenwesen vor 
handen sein, damit zum mindestens nichts an Material, Lohnkosten 
und Betriebsspesen verloren wird (§ 30). 
In einzelnen Fabriken wird schon bei der Verteilung der allge 
meinen Spesen (Unkostenverrechnung) auf die schlechte wirtschaft 
liche Lage einzelner Betriebsabteilungen Rücksicht genommen: 
Sogenannte „kranke Betriebe“, die an sich schon mit Verlust 
F.rbeiten, werden mit geringeren Beträgen belastet, während anderen 
Betrieben eben höhere Anteile zugerechnet werden. Diese Ver 
rechnungsweise muß zu einer Trübung des kalkulatorischen Bildes 
führen, vermengt Kostenrechnung und Preispolitik und kann im 
Interesse einer klaren Selbstkostenermittelung nicht empfohlen 
werden. Ein nicht rentierender Betrieb kann nicht ohne weiteres 
aufgegeben werden. Man wird versuchen, ihn zu halten in der Er 
wartung besserer Zeiten. So führte der Geschäftsbericht einer 
sächsischen Maschinenfabrik aus, „daß, um die Beamten und Arbeiter 
halten zu können, die Gesellschaft ausländische Aufträge zu Verlust 
preisen übernehmen mußte, daß die Konkurrenz im Dampfmaschinen 
bau so stark wurde, daß nur verdienstlose Aufträge erlangt werden 
konnten. Im Werkzeugmaschinenbau waren, da alle Werkzeug 
maschinenfabriken Mangel an Beschäftigung hatten, die Preise stark 
gedrückt, so daß trotz des erheblich größeren Umsatzes mit Ver 
lust gearbeitet wurde“. Die in anderen Abteilungen erzielten Ge 
winne sollen die Betriebsverluste und die Abschreibungen decken. 
Daß auch verdienstlose Aufträge angenommen oder schlecht 
rentierende Artikel erzeugt werden müssen, ist vielfach ein Ge 
bot der Geschäftspolitik. Durch die Einstellung eines Betriebes geht 
immer Kundschaft verloren, die auch gewinnbringende Artikel 
kaufte. Andererseits decken solche Aufträge wenigstens die Kosten, 
Denn es gibt konstante Ausgaben, die im Fälle der nicht ausreichenden 
Beschäftigung eines Betriebes mit um so größeren Anteilen den 
übrigen Betrieben zur Last fallen, d. h. dadurch die Produktion 
allgemein verteuern. Aus dem gleichen Grunde füllt man geschäfts 
lose Zeiten mit der Erzeugung von Lagerartikeln aus, selbst wenn 
diese später mit Verlust abgestoßen werden müssen. Solche Ver 
luste sind häufig geringer, als jene, die durch die Reduktion oder 
die Einstellung des Betriebes entstehen. 
Viele Unternehmer berücksichtigen in ihrer Kalkulationsformel 
auch Zinsen auf das Anlagekapital und die Materialbestände, andere 
überdies die Lagerzinsen bzw. Zinsen Verluste bis zum Verkauf des 
l ) So werden z. B. sogenannte Luxusspesen industrieller Großbetriebe 
(Kosten der Wohlfabrtseinrichtungen) häufig nicht in den Kostenpreis eingerechnet.
	        
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