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recht und die Geschäftspolitik:. Der nicht anrechenbare Anteil wird
den Generalkosten zuzuschlagen sein. Jedenfalls soll man bestrebt
sein, möglichst Massenfabrikate zu erzeugen, um die vielfach unent
behrlichen und für die deutsche Industrie so charakteristischen
Einzelanfertigung in ihrer Wirkung zu paralysieren. Aus dem
gleichen Grunde lassen sich die Bestrebungen der deutschen Ma
schinenindustrie erklären, für die einzelnen Branchen gewisse
Normalien zu schaffen x ).
Wenn ein Betrieb. einen neuen Artikel aufnimmt, so bedingt
die erstmalige Erzeugung des Gegenstandes Ausgaben, die im weiteren
Verlaufe der Fabrikation wegfallen, z. B. Ausgaben für die Her
stellung besonderer Werkzeuge und Modelle, für Vorversuche und
Nacharbeiten, für Ersatzstücke, für wiederholte Umkonstruktionen
u. a. Die Unkosten werden deshalb in der ersten Zeit verhältnismäßig
größer sein. Späterhin soll man nicht ohne Nachprüfung diese
Kosten der ersten Anfertigung ohne weiteres anrechnen, da man
sonst zu teuer kalkuliert, teurer als die Konkurrenzunternehmen,
für die die erwähnten Vorkosten häufig nicht mehr in Frage kommen.
Diese „Sonderkosten“ der ersten Produktion sind möglichst rasch
abzuschreiben.
Beispiel einer Kalkulation mit Sonderkosten.
Materialien 25,45
Bearbeitungslöhne 22,10 a )
Zuschlag 120 % 26,52 (einschließl. Sicherheitszuschlag,
74,07 4,7"/,)
Werkzeuge 1,20 (Neuanschaffung f. ds. Fabrikat)
Ausschuß 17% 1,26 3 )
76,53
— Schrot, Späne —,10
76,43
Sonderabschreibung —,90 (33Vs°/ 0 der Anlagekosten:
Produktionsmenge)
77,33
+ 15% Nutzen 11,62
Listenpreis 88,95
') Vergl. Garbotz, Vereinheitlichung in der Industrie, Berlin 1920.
2 ) Löhne laut Liste 25,85 Mk. für 117 Stück der Erzeugung, für 1 Stück 22,10 Mk.
3 ) Hier ist nicht berücksichtigt, daß der Ausschuß während der Fabrikation
entsteht und deshalb nicht mit den vollen Bearbeitungskosten in Rechnung ge
stellt werden soll. Dies wäre dann der Fall, wenn nach Fertigstellung'z. B. bei
der Abnahme und Kontrolle der fertigen Stücke Ausschuß entsteht.