Nr. 2785
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Mahlprodukte zu festgesetzten Preisen mit dreißig—
tägiger Zahlungsfrist auf eigene Rechnung zu über—
nehmen hatte uünd der Absätz ihm überlassen war.
Trotz dieser Beschränkung in der Freiheit des Ge⸗
werbebetriebes und, obwohl der Mahllohn, den die
Monopolverwaltung gewährte, erheblich niedriger
war als der Mahllohn, den die freie Müllerei im
benachbarten Schweden für sich herauszuwirtschaften
bermochte, waren die Müller eifrige Anhänger der
Beibehaltung des Monopols, weil sie in dem Mono⸗
pol den wirksamsten Schutz gegen die Einfuhr aus—
ändischen Mehles erblickten. Die Einfuhr von
Weizenmehl wurde zwar gegenüber der Vorkriegs—
zeit nicht wesentlich eingeschränkt. Da aber dem
gesteigerten Weizenbedarf entsprechend die Einfuhr
von Weizen in der Form von Körnerfrucht ge—
steigert und die Einfuhr von Roggenmehl ganz
eingestellt wurde, sicherte das Monopol den Mühlen
eine gesteigerte Beschäftigung. Die kleineren Mühlen
varen dadurch begünstigt, daß mit höherer Jahres—
leistung der Mahllohn geringer wurde, und daß für
Mehllieferungen außerhalb des Bezirks die Fracht—
kosten nur dann ersetzt wurden, wenn die liefernde
Mühle für den Käufer frachtgünstiger lag. Daß
krotzdem nicht nur die kleinen, sondern auch die
zroßen Mühlenunternehmungen bei den Arbeits—
bedingungen, die das Monopol stellte, ihre Rech—
tung finden konnten, bewiesen die Betriebsergeb—
tisse der staatlichen Großmühle in Vaxsdal. Die
Ersetzung der Mehleinfuhr durch Getreideeinfuhr
hatte neben den währungspolitischen und arbeits—
volitischen Vorteilen auch den Vorzug für die Land—
virtschaft, daß Mahlnachprodukte in größerer Menge
angeboten wurden, als in der Vorkriegszeit. Die
Bauernpartei konnte jedoch darauf hinweisen, daß
die Mahlnachprodukte ihr schon vor der Monopol—
zeit zu den gleichen günstigen Preisen zur Ver—
fügung standen, und daß damals schon zeitweise
Mahlnachprodukte ausgeführt wurden, demnach also
in Norwegen billiger waren als in den belieferten
Nachbarsändern
9. Die in Norwegen gemachten Erfahrungen und
ihre Anwendung auf deutsche Verhältnisse
Die in mehr als siebenjähriger Erprobung in Nor—
vegen mit dem Getreide- und Mehlmonopol ge—
jammelten Erfahrungen haben nicht dazu geführt,
dem Verlangen nach dauernder Beibehaltung des
Monopols zum Sieg zu verhelfen. Das Monopol
zat zwar die Absatzschwierigkeiten, mit denen die Ge—
reideerzeugung in Norwegen in der Vorkriegszeit
mmer zu kämpfen hatte, beseitigt und der in—
ändischen Landwirtschaft zu höheren Abnahme—
reisen verholfen, als sie unter freier Wirtschaft
atte erzielen können. Die Auffassung, daß diese
Lergünstigungen der Landwirtschaft auch ohne
Nonopolauf anderem Wege sichergestellt werden
önnten, und daß diese Vergünstigungen zur Hint—
uhaltung eines weiteren Rückganges der Brot—
etreideerzeugung nicht ausreichen, behielt aber
ach langen Kämpfen die Oberhand. Das Monopol
jat zwar 'die örtlichen Preisunterschiede aus—
Jeglichen. Dieser Ausgleich hatte um so höhere Be—
deutung, als die vom großen Verkehr weit ab—
iegenden Gebiete Nordnorwegens fast überhaupt kein
Brotgetreide erzeugen. Das' Monopol führte jedoch
nicht zu einer wesentlichen Stabilisierung der Ver—
raucherpreise.
Zur Frage der Anwendung der in Norwegen ge—
ammelten Erfahrungen auf deutsche Verhältnisse
nuß darauf hingewiesen werden, daß das Verhält—
tis der im Inland erzeugten Brotgetreidemenge zur
Bedarfsmenge in Norwegen von dem Verhältnis in
Deutschland noch wesentlicher verschieden ist, als im
Lergleich zwischen der Schweiz und Deutschland.
die Brotgetreidemenge, die die norwegische Land—
virtschaft auf den Markt bringt, reicht auch in
günstigen Erntejahren noch nicht dazu aus, den
Bedarf der Bevölkerungsteile, die nicht ihren Be—
darf als Selbsterzeuger decken, auf einen halben
Monat zu befriedigen. Die Förderung des Brot—
getreidebaues erreicht damit schon in der Haupt—
ache die Grenzen, die ihr durch die natürlichen
Lerhältnisse des Landes gezogen sind, daß die hei—
nische Landwirtschaft dazu ermuntert wird, ihren
igenen Bedarf an Brotgetreide selbst hervorzu—
»zringen. Der Brotgetreidebedarf der übrigen Be—
ölkerung wird billiger durch Einfuhr aus klimatisch
nehr begünstigten Erzeugungsgebieten des Aus—
andes gedeckt. Die gesetzliche Regelung, die im
Juni dieses Jahres an die Stelle des Monopols
zetreten ist, sucht auf neuem, bisher noch nicht be—
jangenem Weg das Problem zu lösen, wie die In—
eressen einer wesentlich nur ihren eigenen Bedarf
eckenden, aber das Brotgetreide teuerer als das
lusland produzierenden Landwirtschaft mit den
Interessen der übrigen Verbraucherschaft, die im
vesentlichen auf den Verbrauch ausländischen Brot—
getreides angewiesen ist, in Übereinstimmung ge—
zracht werden können. Es ist das eine Problem—
tellung, die in Deutschland keine Parallele findet,
»eren Lösung deshalb in Deutschland nicht anwend—
zar ist.
Unter Verweisung auf die Ausführungen zu der
Frage der Anwendung der Erfahrungen, die mit
»em Monopol in der Schweiz gemacht wurden, aufs
Deutschland, wird man im übrigen die Ergeb—
tisse der Betrachtung des Getreidemonopols in
Norwegen dahin zusammenfassen können, daß in
Norwegen viele der Schwierigkeiten nicht bestanden
haben, die einem Brotgetreidemonopol in Deutsch—
and gegenüberstehen würden, daß sich aber trotz—
dem dort die Schwächen einer monopolisierten Be—
virtschaftung der Brotgetreideversorgung durch den
Ztaat gezeigt haben.
III. Adhweden
1. Allgemeine Verhältnisse.
In Schweden steht im Körnerbau wie in Nor—
egen der Hafer bei weitem im Vordergrund. Die
Inbaufläche für Hafer ist ungefähr so groß wie die
ür die anderen Getreidearten zusammen. An zweiter
5telle steht Roggen mit einer Anbaufläche von rund
50 000 ha im Jahre 1925, zu vergleichen mit
6,7 Millionen Hektar im Jahre 1925 in Deutschland.
Un dritter Stelle steht Mischfrucht mit rund