Full text: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

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Anbauflächen in Ostpreußen und Preußen 1913 und 1927. 
Fruchtart 
Getreide, einschließlich 
Hülsenfrüchte . . ... 
Kartoffeln. ..... + 
Sonstige Hackfrüchte . . 
darunter Zuckerrüben . 
Hackfrüchte insgesamt . . 
Futterpflanzen. . .... 
Brache . ........ 
Wiesen. . ....0.0.0.0 
Viehweiden u. Hutungen . 
Ostpreußen _ 
absolute Zahlen 
in 1000 ha 
Zu- (+) 
bezw. 
Abnahme (—) 
| 1927 gegen | 
DT —_ _ 1913 
1918 | 1927 | inv.HE. 
1249,8 
185,0 
66,6 
6,9 
251,6 
310,0 
128,7 
364,9 
262,3 
1167,5 
181,6 
78,8 
4,0 
255,4 
305.1 
191. 
348 7 
836.4 
6,5 
— 1,8 
+ 10,9 
— 41,8 
+ 1,5 
— Be 
Wi 4, de 
+ 98,2 
Preuß: + 
absolute Zahlen 
in 1000 ha 
1918 | 1997 
8976,2 
1852,6 
833,6 
870,2 
2686,2 
1354,7 
348,5 
2805,7 
1686,5 
8570,8 
1853,0 
918,8 
349,6 
2771,8 
1327,4 
800,7 
2805,8 
18650 
Zu- (+ 
bezw. 
\bnahme (— 
1927 gegen 
1913 
in v.H. 
— 44 
+ 0,02 
+ 10,2 
= 55 
+ 382 
— 2,0 
— 12,1 
+ 0 
+ 10,6 
Ein Vergleich der Ernteerträge ergibt folgendes Bild: 
Ernteerträge in Ostpreußen und Preußen in dz je ha.l) 
Roggen . 
Weizen . 
Gerste. . . 
Hafer. .. 
Kartoffeln 
Heu. 
Preußen ) Ostpreußen 
1909/18 | 1924/27 ' 1909/18 | 1924/27 
18,2 
23,2 
22,2 
204 
[47 
30 - 
‚8 
72 
»g 
#1) 
1463 
ZU 4 
z ‚0 
„8 
136 
19,8 
1388 
"499 
121° 
386 
Rückgang in % 
Preußen !Ostpreuß 
AT 
59 
0 
7 
vr 
Ostpreuß. 
Rückgang 
stärker als 
preuß. in % 
383 
33 
0 
111 
180 
Während vor dem Kriege die Erträge in Ostpreußen schneller als im Staats- 
durchschnitt stiegen, ist der Rückgang in Ostpreußen in der Nachkriegszeit mit 
Ausnahme der Gerstenerträge, die den gleichen Rückgang wie in Preußen auf- 
weisen, wesentlich schärfer. 
Der Rückgang der Ernteerträge in Ostpreußen ist zu einem Teil auf den 
Raubbau während des Krieges zurückzuführen, zu einem wesentlichen Teil aber auch 
durch den verminderten Verbrauch an künstlichen Düngemitteln bedingt. Der 
Krieg bedeutete besonders für Ostpreußen eine schwere Schädigung der landwirt- 
schaftlichen Produktionskraft auf Jahre hinaus, weil nicht nur die Äcker teils 
verwüstet, teils verwahrlost waren, sondern es damals auch an natürlichem wie 
künstlichem Dünger fehlte. So brachte die Entleerung der Provinz von Vieh in- 
folge des Russeneinfalls einen völligen Ausfall von Stallmist auf 11%—2 Jahre. 
Der Verbrauch an künstlichen Düngemitteln in der ost 
preußischen Landwirtschaft betrug nach der Güterbewegungsstatistik: 
1913 (Kalenderjahr) . . . . . . 379000 t, 
1925 a W004... 841000 t, 
1926 „2 „0000.00. , 207000 t, 
19927 N 217 640 + 
1) Die statistischen Erhebungsmethoden haben nach dem Kriege eine Veränderung erfahren, 
die jedoch den Vergleich zwischen Ostpreußen und Preußen nicht beeinträchtigt, weil die 
Änderungen in allen Teilen Preußens gleichmäßie durchgeführt worden sind.
	        
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