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Der Kunstdüngerverbrauch gliedert sich für 1927 wie folgt:
Stickstoffhaltige Düngemittel . . 56478 t
Chülesalpeter . . . 2... u 2176 t
Phosphorhaltige Düngemittel . . ‚, 113263 €
Kalihaltige Düngemittel . . . 86 548 t
Sonstige Düngemittel einschl. Kalk , 59175 t
Insgesamt 317640 t
Der Verbrauch des Jahres 1927 betrug; nach der Güterbewegungsstatistik in Ost-
preußen somit nur 83% des Jahres 1913.
Einen sehr starken Rückgang hat namentlich der Verbrauch an kalihaltigen
Düngemitteln erfahren. Nach Angaben des Kalisyndikats betrug der Absatz nach
Ostpreußen 1913: 131 248 t, 1927 dagegen nur 94 500 ft’) kalihaltiger Düngemittel.
Wesentlich geringer ist der Rückgang im Superphosphat-Verbrauch. Der Absatz
nach Ostpreußen betrug nach Angaben des Superphosphat-Syndikates an reinem
und gemischtem Superphosphat 1913: 28 000 t, 1927: 26 600 t. Für die stickstoff-
haltigen Düngemittel ist ein Vergleich mit der Vorkriegszeit wegen ungenügenden
Materials nicht möglich. Dagegen ist die Angabe des Stickstoffsyndikats wichtig,
daß der Konsum an stickstoffhaltigen Düngemitteln von 60 395 t im Jahre 1927
auf 53 586 t im Jahre 1928 zurückgegangen ist. Über den Thomasmehlverbrauch
fehlen nähere Angaben.
Wie ungünstig die Entwicklung des Düngerkonsums in Ostpreußen ist, erhellt
auch aus Angaben des preußischen Landwirtschaftsministeriums. Danach betrug
der Düngerkonsum 1927 gegen 1925 im Reich 126 %, in Ostpreußen 86 %.
Der Rückgang der Ernteerträge ist zudem noch von einer Verschlechterung
der Absatzbedingungen begleitet.
Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Ostpreußen hat in der folgenden
Zusammenstellung den Versuch gemacht, die aus der Provinz Öst-
Preußen nach auswärts versandten Mengen ostpreußi-
schen Getreides zu errechnen. Die Kammer führt dazu aus: Von den
seitens der Industrie- und Handelskammer Königsberg (Pr.) und des Statistischen
Amtes der Stadt Königsberg als Ausfuhr über See festgestellten Mengen sind
diejenigen Mengen in Abzug gebracht worden, welche aus dem Auslande nach dem
Verkehrsbezirk II, Häfen Königsberg und Pillau, auf dem Bahnwege versandt
worden sind. Die Mengen, die an ausländischem Getreide in Königsberg verarbeitet
wieder in die Provinz zurückgelangen, sind verhältnismäßig gering, so daß hier
eine nennenswerte Fehlerquelle nicht besteht.
Ein Vergleich mit der Vorkriegszeit ist leider nicht möglich, da die Unter-
lagen hierzu fehlen, Jedenfalls bedeutet; nicht nur der Fortfall Posens und West-
preußens, wohin nach Angaben der Landwirtschaftskammer Königsberg ungefähr
ein Zehntel der ostpreußischen Brotgetreideausfuhr ging, sondern auch das Aus-
scheiden Rußlands für den ostpreußischen Getreideabsatz einen fühlbaren Nach-
teil. Hier waren es insbesondere die russischen Küstengebiete, für welche der
Bezug ostpreußischen Getreides, namentlich Weizens, sich in ungünstigen Jahren
billiger stellte als ein Bezug aus dem weit entlegenen russischen Süden, den nur
ein spärliches Schienennetz mit dem Norden verband. Unter diesen Umständen
ersparte der Bezug äus Ostpreußen sowohl Zeit wie Geld.
') Die Differenz zwischen den Zahlen des Syndikats und der Güterbewegungsstatistik
orklärt sich daraus, daß in der Güterbewegungsstatistik Transporte unter 10t nicht berück-
sichtigt werden.