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In Ostpreußen haben die von den ostpreußischen Schweinezüchtervereini-
gungen gegründeten Schweinekontrollvereine (1925: 3 Kontrollringe), die die Zucht
auf Leistung und die Durchführung rationeller Fütterungsmethoden zum Ziel
haben, für die Umstellung auf Schnellmast und Absatz leichter Schweine bahn-
brechend gewirkt.
Heute bestehen in Ostpreußen 4 Schweinezüchtervereinigungen, bei denen
das deutsche Edelschwein mit etwa 90% vorherrscht. Ihr Einfluß auf die Landes-
schweinezucht ist ganz offensichtlich. Man kann sagen, daß die Schlachtreife gegen-
über der Vorkriegszeit heute um etwa drei Monate verkürzt ist. Bis auf die Molke-
reien, die wie früher zur Ausnutzung der Molken und Magermilch Schweine zu
etwa 3 Zentner mästen, ist die Jungmast mit 7—9 Monaten fast allgemein durch-
geführt. Die zur Erreichung dieses Zieles beschrittenen Wege sind: Verbesserung
von Haltung und Fütterung, Durchführung von Leistungszucht und Leistungs-
Fütterung, Vermehrung der Eberhaltungsgenossenschaften, Kontrollringe, Ver-
mehrung der Viehverwertungsgenossenschaften, Auktionen, Schauen usw. Der in
der Vorkriegszeit große Absatz von Läuferschweinen nach Posen und Westpreußen
(15'% des gesamten ostpreußischen. Schweineabsatzes ging vor dem Kriege dort-
hin) ist völlig verloren, so daß heute notgedrungen die Mast stark in den Vorder-
grund getreten ist.
In den Fütterungsgrundlagen ist insofern eine Veränderung eingetreten, als
die vor dem Kriege in großen Mengen eingeführte russische Gerste zur Schweine-
mast fast völlig fortgefallen und daher naturgemäß die wirtschaftseigenen Futter
mittel wie Roggen, Kartoffeln und Rüben stark in den Vordergrund getreten sind.
Infolgedessen hat vor allem der jeweilige Kartoffelpreis starken Einfluß auf den
Umfang der Schweinemast.
Hauptabnehmer für das ostpreußische Schwein sind: Berlin, Dresden, Leipzig,
Chemnitz und Zwickau; nur vereinzelt gehen leichte Schlachtschweine nach
Stuttgart und München. Der Absatz für Zuchttiere ist beschränkt und erfolgt
innerhalb der Provinz. Der Absatz wird im allgemeinen durch die hohen
Frachten und die hohen Gewichtsverluste der Tiere beeinträchtigt. Der Gewichts-
verlust lebender Tiere auf der langen Reise von Ostpreußen nach Berlin wird von
den ostpreußischen Viehverwertungsgenossenschaften mit 15 bis 18 Pfund je Stück
veranschlagt, während man im Westen nur mit Verlusten von 8 bis 10 Pfund
rechnet.
Trotz dieser Benachteiligung haben sich die ostpreußischen Viehverwertungs-
genossenschaften nach Angaben der Kammer mit Erfolg bemüht, festen Absatz zu
schaffen. Allerdings ist der Absatz heute wesentlich geringer als in der Vorkriegs-
zeit. Er betrug nach der Güterbewegungsstatietik im Durchschnitt der Jahre 1925
bis 1927 473 577 Stück, während er im Durchschnitt der Jahre 1909 bis 1913
nach den Hansenschen Berechnungen 647 000 Stück ausmachte.
Schafzucht.
Der Rückgang der Zahl der Schafe gegen 1913 beträgt in Ostpreußen 40,9 %,
in Preußen 28,9%. Sowohl Ostpreußen wie Preußen weisen eine ständige jähr-
Schafhaltung in Ostpreußen und Preußen.
19131)
1925
1926
19927
Ostpreußen . . . ..
Preußen
8338 086 / 304 976 245 8373 220 554
3 345 514 8177 505 2.724 678 2 553 665
1) Jetziger Gebietsumfang. ?% Preußen ohne Saarvebiet.
1928
197016
2.397 789