Teil II.
Betriebsergebnisse und öffentliche Lasten.
Die Betrachtung der Produktionsverhältnisse läßt schon sehr wesentliche
ungünstige Strukturveränderungen erkennen. Der Eindruck von der Ungunst der
Lage wird noch verstärkt, wenn man ‘die Rentabilitätelage und die steuerliche und
soziale Belastung: untersucht.
1. Betriebsergebnisse.
Ein Vergleich der Betriebsergebnisse in der Vor- und Nachkriegszeit ist nur
an Hand des Buchführungsmaterials der ostpreußischen Buchstellen möglich, da
dag bei der Buchführungserhebung des Unterausschusses für Landwirtschaft ver-
arbeitete Material nicht genügend Betriebe aus Ostpreußen enthielt. Das Material
der ostpreußischen Buchstellen umfaßt allerdings Betriebe, die für die Vor- und
Nachkriegszeit nicht identisch sind. ' Für die Vorkriegszeit handelt es sich dabei
nur um Großbetriebe, für die Nachkriegszeit außerdem auch um Mittelbetriebe.
Weiter ist der Reinertrag etwas anders errechnet als in der Untersuchung
von Buchführungsergebnissen durch den Enquete-Ausschuß, da der Lohnanspruch
des Besitzers und der mitarbeitenden Familienangehörigen in den Betriebsergeb-
nissen der ostpreußischen Buchstellen nicht in Ansatz gebracht ist. Diese Um-
etände müssen berücksichtigt werden, wenn man das folgende Bild der Rentabilität
ainer Anzahl von Betrieben betrachtet, deren Buchführungsergebnisse von der Zen-
tralstelle für landwirtschaftliche Buchführung und der Landwirtschaftlichen Buch-
führungsgenossenschaft Königsberg bearbeitet wurden.
Reinertrag je ha landwirtschaftlicher Fläche,
Jahr
Durchschnitt
1909/14
Zahl der Betriebe
540
(Zah) Apr Ahrchlügre'
Reinertrag
M. bzw. RM. _
AR ON
1924/25 315 41,0
1925/26 ‚471 105
1926/27 660 — 6,8
1927/28 734 + 45
Einem Reinertrag von 45 M. je Hektar in den Jahren 1909—1914 steht in
den Nachkriegsiahren ein sich langsam verringernder Fehlbetrag von — 41 RM.
1924/25 bie — 6,8 RM. 1926/27 gegenüber; erst 1927/28 ergibt sich ein geringer
Reinertrag von 4,5 RM. je Hektar.