Object: Anhang. Bibliographie. Register (Bd. 12 = Schlußbd.)

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Anhang. 
hundert zum ersten Male politisch bedeutsam hervortrat, ent— 
wickelten sich in den Städten die ersten Spuren rationeller 
Arbeitsteilung. Dieser Fortschritt, die Vermehrung der Be— 
völkerung und der steigende Verkehr schufen und bezeichneten 
die ersten Anfänge der Geldwirthschaft. Erst mit der Aus— 
bildung der Arbeitstheilung löste sich das Individuum ab von 
der nährenden Erdscholle, an die es bisher wirthschaftlich ge— 
fesselt war; es ergab sich das Verständniß und die Ausbildung 
von Befähigung und Virtuosenthum. Und wenn die Arbeits- 
theilung das Individuum ledig alles bisherigen Zwanges fast 
— — 
entstand in den Anfängen wirtschaftlich-corporativer Bildungen 
eine Einrichtung, welche das hilflose Einzelleben schützend um— 
schloß und durch Anregung zu geschäftlichem, wie geistigem 
Verkehr weite Perspectiven reicherer Ausbildung eröffnete. Mit 
der Regelung und dem Wachsthum des Handwerks trat jetzt 
zuerst deutlich die Anschauung vom sittlichen Segen der Arbeit 
auf; es bildete sich der Begriff des Berufes. Damit war ein 
Schritt gethan, von dem aus eine vollständige Revolution der 
standesbildenden Fermente erfolgte. Bisher waren diese juri— 
discher Natur gewesen: nur das Recht unterschied den un— 
abhängigen Ackerbauer vom Hörigen, den Adelichen vom Freien. 
Die alten Stände hatten auf der wesentlich gleichen Basis der 
Urproduction und der Naturalwirthschaft beruht: jetzt traten 
die ersten Zeichen der Geldwirthschaft kräftig auf und be— 
seitigten diese Grundlage. Aus den Rechtsständen erwuchsen 
die Ansätze der Berufsstände, der formell-rechtliche Gesichts— 
ounct der Geburt wich dem materiell-wirthschaftlichen des Be— 
rufes, der Beschäftigung. 
Vom Bürgerstand in der ersten Hälfte des 12. Jahr— 
hunderts ausgehend mußte diese Neuerung nirgends größere 
Umwälzungen verursachen, als in den untersten Klassen des 
Adels, denn hier lag bisher die Grenzscheide der hauptsächlich 
arbeitenden und der herrschenden Klassen. Noch mit den Merk— 
malen des Unfreien hob der Ministeriale trotzig sein Haupt, 
bevorzugt von seinem Kaiser vertraute er auf sein Roß und
	        
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