Aufschwung des Königtums unter den Staufern. 159
Königreichs und begann die Belagerung der entscheidenden
Festung, Neapels. Aber die Belagerung zog sich in den Som—
mer hin, furchtbare Fieber verderbten das nordische Heer, Erz—
bischof Philipp von Heinsberg starb, der Kaiser selbst lag tod—
krauk darnieder. Am 24. August 1191 mußte das Lager
aufgehoben werden, der Feldzug war mißlungen. Hein—
rich ging nach Deutschland zurück; dort blieb er die
nächsten Jahre; doch niemals hat er als höheres Ziel seiner
Politik die Eroberung Siziliens vergessen.
In Deutschland suchte der Kaiser zunächst die Pfaffen—
fürsten an sich zu fesseln, die in den besten Jahren Friedrichs
den treuen Halt der Reichspolitik gebildet hatten: freilich
that er das auf seine Art, indem er die Bischöfe zu einer
möglichst dienenden Stellung gegenüber der Monarchie hinabzu—
drücken versuchte. Die Möglichkeit dazu gewährten ihm nament—
lich die Bischofswahlen, bei denen er den königlichen Einfluß
immer weiter verstärkte. Gelegentlich einer Doppelwahl in Lüttich
ging er soweit, die bischöfliche Würde aus eigener Machtvoll-
kommenheit zu verleihen, indem er das Bistum gegen Albert,
einen Kandidaten aus dem brabantischen Herzogshause, an Lothar
von Hostaden vergab; und die Bischöfe des Reiches wurden
veranlaßt, die Maßregel in einem allgemein gehaltenen Weistum
zu billigen.
Nun wollte es aber das Unglück, daß nicht lange darnach,
am 24. November 1192, Albert von deutschen Rittern erschlagen
ward, und alsbald lief das Gerücht, der Kaiser stehe der Ge—
waltthat nicht fern, und am Niederrhein begann es zu gähren.
Es war der Anfang einer großen Empörung, in der sich
das Mißfallen der Fürsten gegenüber dem herrischen Auftreten
des jungen Kaisers Luft machte. Ende 1194 versammelten sich
die niederrheinischen Fürsten in Köln, schon trat Herzog Heinrich
von Brabant als Bewerber um die Königskrone auf. Dann
verbreitete sich die Empörung nach Süden und Osten: Erz—
bischof Konrad von Mainz, Landgraf Hermann von Thüringen,
Albrecht von Meißen, Otokar von Böhmen fielen ihr zu. Und
hald sprang der Funke des Aufruhrs auf die Welfen über,