Full text : Organisation und Geschichte des Gewerbes (1.1929)

14 Die gewerbliche Arbeit und ihre Organilation.

der Uhreninduftrvie zu betrachten Gelegenheit haben. Die let
jeite Unterfcheidung der Arbeitsverrichtung wird begleitet,
unterftüßt, ermöglicht durch das entfprechend ihr angebaßte
Werkzeug. Und es liegt auf der Hand, wie [ehr die fortjchreitende
 Zerlegung der Arbeit die Ausbildung der Werkzeugtechnif
 fördern muß, um wie viel befjer bei jeder neuen Verein-Jachung
 der Teilverrichtung — denn auf Vereinfachung läuft
doch alle Zerlegung hinaus — das ent|prechende Werkzeug der
men/|chlichen Hand angepaßt werden kann und wie auf der
anderen Seite jedes neue verfeinerte Werkzeug die Arbeitsleiftung
 wiederum fteigern muß.
Mit diefer fortfchreitenden Differenzierung des Handwerks.
zeuge8 und feiner Funktionen im engen Zufammenhange fteht
nun aber die zunehmende Vervolllbraımnung in der Benußung
des Werkzeugs. Schon in eine frühere Periode der Entwichung
fällt, mie mir aus immer zahlreicheren Werkzeugfunden |CHlie-Ben
 dürfen, die Vermendung der Schwungkraft zur Handhabung
 des Werkzeugs. Wie ich Ihon hervorzuheben SGelegenheit
 hatte, muß diefem Fort|chritt in der Nußung ehedenmt nur
durch Druck oder Stoß bewegter Werkzeuge eine ganz bejondere
Bedeutung für die Kulturentwiclung beigelegt merden. Nım
exit treten die Axt und der Hammer in den Dienit des Men] chen,
die, wie wir wiffen, geradezu als Symbole feines | Höpfert] hen
Wirkens auf Erden dienen Können und übrigens unjeren Vorfahren
 auch gedient haben. Un die Stelle des Schabens,
Stechens, Schneidens, Kragens tritt das Hauen. Und unfere
Kultur ift nicht erfchabt, erftochen, erfAnitten oder erkraßt: Jie
it Herausgehauen aus Erde und Stein, aus Wald und Didicht !
Wie aber an der Pforte aller Kultur die Nırkung der Schwung:
fraft, fo fteht an der unfrigen ein anderes Prinzip der Werkzeugnußung,
 von vielleicht noch größerer, noch |höpferifcherer
Bedeutung. Man hat e8 das Walzen- oder Kotationsprinzip
genannt, und es befteht in der Einführung der Iontimkierlichen
Drehbeweagung in die Technik.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.