Full text : Organisation und Geschichte des Gewerbes (1.1929)

Die gewerbliche Arbeit in ihrer Entwidlung. 17

alfo in eine außerordentlich frühe Periode der Kultur. Wber
auch andere, ohne allen Zweifel machinale Vorrichtungen
ceichen in die Dämmerung entlegenfter Zeiten zurüd: Pfeil
und Bogen, Spindel, Töpferfcheibe, von der die Drehbank jich
ableitet, unter] chlächtige Waljerräder, Wagen und Wagenräber,
 der Pflug jind Majchinenvorrichtungen, die wir {hon
jrühzeitig im Bejige der Men chen finden. Und aus den erften
Unfängen fehen wir die Mafchine fich langfam zu Höheren Zormen
 entwideln. Ein vortrefflidhes Schulbeifpiel für diefen drganijdhen
 Entwidlungsgang der Mafjchinerie bietet die Geichichte
 der Mehlbereitungsverfahren, aljo der Müllereitechnik.
Wir wijjen, daß [chon außerordentlich früh machinale Bor:
richtungen zur Zerfleinerung der Getreidekförner beftanden
haben. So muß e8 bei den Chinefen früh üblich geworden
jein, an der Keule, mit der in dem fteinernen Mörfer die Nörner
geltampft wurden, einen horizontalen Hebelarm anzubringen,
der mittels Zapfen ungefähr in der Mitte feiner Länge zwifchen
zwei mit Lschern verfehenen Steinen beweglich eingelagert
war. Eine andere, auch noch primitive, aber |Hon entwicdeltere
Mahlmajdhine bietet ung das Bild einer alten oftindifchen
Mühle dar. Dort ijt der Mörfjer bereits ein breiter Kefjel aus
Stein, welcher auf einem {jteinernen Pofjtament ruht. Die
Keule befteht aus einem {hweren Baumftrunke, welcher mittels
eines daran be fejtigten horizontalen Balfens von einem Ochfenpaar
 im Kreife gedreht wird. Von diejen Urtypen der Mahlmajchine
 gehen dann die zahllofen Verbejferungen und Ver:
feinerungen Schritt für Schritt weiter: die Mahljteine vervollfommnen
 fich und ihre Bewegungen, Sieb: und Reinigungs:
vorrichtungen werden dem Mechanismus eingeordnet, die Zı
Hihrung und AWbführung des Materials wird automatifch be:
wirkt. Und mit der Vervollilommnung der Mahlvorrichtung
parallel geht die Nıurbbarmadhung immer {tärkerer und freierer
Kraftquellen: zu Ciceros Zeit murden Walferräder als Motoren
an Stelle der SCHabinnen eingeführt, feit dem 12. Jahrhundert

Zombart, Gemerbewefien I.
            
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