Full text : Das Problem der Wirtschaftsdemokratie

denen das Wohl dieser Schichten auf irgendeine
andere Weise. abhängt;
Betriebe mit natürlichem Monopol;
Betriebe, die: durch Erweiterung und Sicherung des
Abnehmerkreises besonders große Ersparnisse erzielen
 können.“
Wir sehen auch hier den Vorschlag einer. Abgrenzung.
der so gefaßt ist, daß, namentlich wenn man die großen
treibenden und weitere Ziele verfolgenden Kräite dieser
Richtung betrachtet, wirklich von einer sogar nur bescheidenen
 vorläufigen Grenzziehung nicht gesprochen
werden kann, Die Förderung und Ausgestaltung der Wirtschaftsbetriebe
 der öffentlichen Hand ist in Verbindung
mit den übrigen Programmforderungen der sozialistischen
Kreise, die als Gegenwartsforderungen zur Demokratisierung
 der Wirtschaft bezeichnet werden, ein wesentlicher
Punkt. In einem Aufsatz über die Zukunftsaufgaben sozialistischer
 Wirtschaftspolitik stellt Dr. Baade fest, daß
der Staat zu einer Wirtschaftsmacht allerersten Ranges
geworden ist. Dieser Staatskapitalismus bedeute vom
sozialistischen Standrunkte entschieden einen Fortschritt.
 Er kritisiert nur die Planlosigkeit dieser
staatlichen Durchdringung des Wirtschaftslebens, fordert
eine leitende Idee. Die Sozialisten, müßten „die Tatsache
erkennen, daß die Wirtschaftsepoche. in der wir leben,
bereits über den Zustand des reinen Kapitalismus hinausgewachsen
 ist, daß das privatkapitalistische System in
immer steigendem Maße von öffentlich-rechtlichen Elementen
 durchwachsen wird, und daß bereits die jetzt lebende
Generation alle Kräfte daransetzen muß, um das Maß von
Sozialismus, das ihr durch den mit unheimlicher Schnelligkeit
 zunehmenden Konzentrationsprozeß zwangsläufig
nahegebracht wird, geistig, organisatorisch, und nicht zu
letzt auch moralisch zu verarbeiten‘, Die Art und Weise,
wie sich die Sozialisten zu einer staatskapitalistisch durchsetzten
 Konzentrationsbewegung stellten, würde: vor allem
auch über das Maß des Einflusses entscheiden, den der
Sozialismus später in der ‚vollendeten Organisationswirt:
schaft haben würde,
Eine scharfe Ablehnung des Staatskapitalismus
 vom Standpunkt des Arbeitnehmers finden wir
in‘ der vom Gesamtverband der Christlichen
Gewerkschaften herausgegebenen Monatsschrift ‚Die
Deutsche Arbeit“. „Der Staatskapitalismus faßt sozusagen
das Schlechte aus drei Wirtschaftsformen zusammen — abgesehen
 davon, daß er zu positiven Leistungen nicht befähigt
ist, hat er auch noch zu höchst unerwünschten Nebenwirkungen
 geführt ... Jetzt schon ist die öffentliche Hand
einer der größten Arbeitgeber geworden. In erster Linie
stehen Reichsbahn, kommunale Verkehrs- und VersorgungSbetriebe,
 die Post und die zahlreichen im Maijoritätsbesitz
öffentlicher Stellen befindlichen Aktienunternehmungen, In
all diesen Betrieben dominieren Beamte oder beamten-07


A,
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