Metadata: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Subsidiengesetz zugunsten seiner Unternehmung durch- 
zusetzen. . - 
An und für sich bildet die von Morgan geschaffene 
und geplante Organisation keine Gefahr für die beiden 
großen deutschen Reedereien, denn es ist eine alte Er- 
fahrung, daß die Konkurrenz eines großen ebenbürti- 
gen Unternehmens viel leichter zu ertragen und durch 
Verträge in Grenzen zu halten ist als der regellose 
Wettbewerb einer Reihe von kleinen Reedereien. Auch 
die staatliche Unterstützung, solange sie über ein den 
Verhältnissen entsprechendes Maß nicht hinausgeht, 
würde die amerikanische Unternehmung nicht ohne 
weiteres den deutschen Interessen gefährlich er- 
scheinen lassen. Die Gefahr liegt vielmehr in der Ver- 
quickung amerikanischer Eisenbahninteressen mit den- 
jenigen der Reederei. 
Es ist notorisch, daß Morgan diese grcßen Trans- 
aktionen als Führer eines Syndikats unternimmt, wel- 
chem eine Reihe der bedeutendsten und unterneh- 
mendsten Geschäftsleute der Vereinigten Staaten an- 
gehören. Ganz besonders sind in dieser Vereinigung 
die Eisenbahninteressen stark vertreten. Morgan selbst 
hat während seiner Anwesenheit in London vor einigen 
Monaten englischen Schiffahrtsinteressenten gegen- 
über über den Zweck seiner Unternehmungen sich da- 
hin ausgesprochen, daß seinen Berechnungen nach fast 
70 Prozent aller Güter, welche zur Verschiffung von 
den nordatlantischen Häfen nach Europa bestimmt 
sind, durch die Eisenbahn auf Durchkonossemente 
nach den Hafenstädten gebracht und dort den fremden 
Schiffahrtsgesellschaften zum Weitertransport aus- 
geliefert würden. Morgan und seine Freunde vermögen 
nun — wie Morgan sagt — nicht einzusehen, warum 
die Eisenbahngesellschaften den geschlossenen Beför- 
derungsvertrag auf fremde Transporteure für die 
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