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5. Der Verlag von 1823 bis 1840.
a) Der Buchverlag.
Naturgemäß ging die Erzeugung des Verlags im Jahre nach
Johann Peters Tod erheblich zurück; es erschienen nur fünf
Bücher und Broschüren, davon vier im Kommissionsverlag; ein
Handbuch der polizeilichen Rechtspflege von J. M. Bender, ein
Schriftchen, enthaltend die Elementarvorschrift für Stadt- und
Landschulen von Renard und zwei rechtswissenschaftliche
Broschüren.
Umso eigenartiger ist das fünfte Werk, ein „Lehr- und Lese
buch für Soldatenschulen“, betitelt „Woyciech, eine Sol
datengeschichte“. Ihr Verfasser, Carl Aug. Zeller in Köln,
erzählt in der Vorrede, daß er es im Auftrag „Eines H. Kriegs-
ministerii“ verfaßt habe und daß „des Königs Majestät zu
befehlen geruht habe, Allerhöchstihnen dieses Lehrbuch in
Manuskript vorzulegen“, daß „Eine H. Militairstudiencommission
berichtigt, was in diesem Versuch unrichtig, und beseitigt hat,
was unpassend und zweckwidrig war“. Der König hatte die
Handschrift mit dem Vermerk versehen: „Ganz geeignet für
meine Soldatenschulen.“ Der Verfasser war ein angesehener
Erzieher.
Woyciech, der Mustersoldat — „einst wenig mehr als das Thier“ —
war in Westpreußen „in der Hütte der Armuth von polnischen Eltern
geboren“ und von Anfang an „durch eine gute Schulzucht gewöhnt,
unterthan zu sein aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen“.
Wie er im Verlauf seines Musterlebens „ein frommer Christ, ein tapferer
Krieger und ein guter Bürger“ wurde, das ist der Inhalt der erbaulichen
Geschichte. Ihr vorausgeschickt ist eine Art Katechismus, der die „Pflich
ten des Kriegers“ aufzählt. Bei jedem Gebot sind gewissenhaft die
erheblichen Unannehmlichkeiten vermerkt, die seine Uebertretung nach
sich ziehen. So ist z. B. für Totschlag „Tod durch das Beil oder das
Rad von oben herab oder von unten herauf“ angekündigt, für Vergiftung
„dieselben Todesstrafen geschärft durch Schleifen zum Richtplatz“. „Weh
dem Soldaten, der ein Magazin in Brand steckt, auch wenn das Feuer
ohne Schaden gedämpft worden! Strafe des Feuers ist sein Lohn!“ Und
so geht es fort. Es sind das die preußischen Kriegsartikel „so geordnet,
daß der Verstand leichter faßt und übersieht, das Gedächtnis besser
behält, was dem Soldaten stets gegenwärtig bleiben muß, wenn er seinen