Erster Abschnitt. Die Schutzgebiete unter deutscher Verwaltung
keit (Kopal, Wachs, Wildkautschuk, Guano), der
Biehhaltung (Tiere, Häute) und der Forstwirt⸗
ichaft (Hölzer, Gerbrinden) in Betracht.
Landwirtschaftliche Versuchsanstalten, botanische
Bärten, Tierzuchtstationen waren überall ein—
zerichtet und glänzend ausgestattet. Zahlreiche
Tierärzte bekämpften die Tierseuchen mit großem
Erfolge; der Wild⸗ und Forstschutz wurde
durch Förster und Oberförster ausgeübt. In
Tiautschon wurde z. B. das kahle Lautschan—
BSebirge in vorbildlicher Weise aufgeforstet.
Herrenloses Land wurde zu Kronland erklärt
und durch Kaufpachtverträge, welche den Eigen—
umserwerb von der Kultivierung abhängig machten,
ain Farmer und Pflanzer überlassen.
Die Etats sämtlicher Kolonien unterlagen der
zeschlußfassung des Reichsstages. Die Einnahmen
varen eigene (anfänglich hauptsächlich Zölle,
»äter mehr Stenern) sowie ein Reichszuschuß.
dieser bezog sich seit 1909 bei sämtlichen afrika⸗—
cischen Schutzgebieten nur noch auf die Unter—
jaltung der Schutztruppen Deutsch-Ostafrika 8,8,
damerun 3,2, Deutsch-Südwestafrika 13,6 Mil⸗
onen M). Die Ausgaben für alles andere, Ver—
baltung, Polizeitruppe, Bauten uswp. — 70 Mill. M.
-deckten die Kolonien aus eigenen Einnahmen oder
us Anleihen — für werbende Anlagen —, die sie aus
igenen Einnahmen verzinsten. Die Schutzgebiets—
mleihen beliefen sich auf 282 000 000 Mund wurden
ast ausschließlich für Eisenbahnbauten verwendet.
Abbildung 2
fFingeborenengericht Jaunde in Kamerun)
Zahlreiche Regierungsärzte und Krankenhäuser
für Eingeborene und Europäer bekämpften die
Zrankheilen, die in besonderen Laboratorien er⸗
orscht wurden. Namentlich wurde für die Be⸗
ämpfung der Schlafkrankheit in Togo, Kamerun
und Deutsch-Ostafrika jährlich etwa 1000 000 Me
aufgewendet.
Das Schulwesen stellte unsere Nachbarn
äberall in den Schatten. In Tsingtau bestand
ein Gymnasium und die deutsch-chinesische Hoch⸗
chule, in der 370 junge Chinesen Lande und
Forstwirtschaft, Technik, Rechtswissenschaft und
JNaturwissenschaft studierten. Überall bestanden
Schulen für Eingeborene, die mit Haudwerker—⸗
schulen verbunden waren. Auch die Missionen
beider Konfessionen, die auf zahlreichen Stationen
in allen Schutzgebieten arbeiteten, unterhielten
zahlreiche Schulen mit regem Zuspruch.
Über die Etats und den Handel der Schutz⸗
gebiete gibt folgende Tabelle nähere Auskunft.
Gesamthandel der Schutzgebiete
Afrikanische Schutzgebiete:
Werte in 1000 M
ä. Einfuhr B. Ausfuhr
1902 1912
deutsch⸗Ostafrika 8858 5288 31418
damerun 13392 3652 23386
kogo 6206 4184 08889
deutsch⸗Südwest⸗
asrua 8568 82400 2218 39036
Summe 1 87024 128478 18342 103748