Full text: Wert und Kapitalprofit

Dieser Mechanismus wirkt sich zuerst auf dem Lande 
zwischen den agrarischen Kapitalisten und dem besitzlosen Land- 
proletariat aus. Wo nun Freizügigkeit besteht, muß die Kon- 
kurrenz der Arbeiter untereinander unvermeidlicherweise dahin 
führen, daß alle kapitallosen „freien“ Arbeiter auf den gleichen 
Lohnsatz herabgedrückt werden. Das geschieht durch Vermittlung 
der Wanderung vom Lande in die Industriebezirke. Wenn das 
Bodenmonopol nicht bestünde, wäre das normale Nullniveau des 
Lohnes das Einkommen eines normal qualifizierten Bauern auf 
ausreichendem unverschuldetem Ackerlande: der Lohn des Land- 
arbeiters ist dieses Einkommen abzüglich des Monopolgewinns. 
Und zwar läßt sich dieser Abzug exakt bestimmen. Im „Grenz- 
gebiet des höchsten sozialen Drucks“, bis zu dem die Absaugung 
der Landproletarier in die Industriebezirke noch nicht reicht, erhält 
der Arbeiter als Lohn das bare Existenzminimum: hier ist das 
„eherne Lohngesetz“ bittere Wahrheit. Dieser Lohn besteht aus 
Geld und gewissen Naturalleistungen, Gütern, die ihrem statischen 
Preise nach durch die sofort zu entwickelnde Formel genau be- 
stimmt sind. Die Differenz zwischen diesem Lohne und dem 
Einkommen Z des unverschuldeten Grenzbauern ist der Mehrwert, 
der Profit, pro Kopf des Arbeiters. 
Es ist überflüssig, hier des Näheren auszuführen, wie und in 
welchem Maße dieser Normallohn des freien Arbeiters von der 
Peripherie aus bis zum Zentrum hin steigt. Wir brauchen diese 
Finessen nicht. Ebenso überflüssig ist es, hier eine andere Methode 
darzustellen, mit der es möglich ist, das Normalnullniveau nicht, 
wie eben geschehen, in internationaler, sondern in nationaler Be- 
trachtung festzulegen?). 
4. Die Wertformel der kapitalistisch erzeugten beliebig 
reproduzierbaren Güter. 
Diese Erörterungen geben uns die Möglichkeit, ein Problem 
zu lösen, mit dem sich die älteren Vertreter der objektivistischen 
Wertlehre umsonst abgequält haben: das des statischen Preises 
der kapitalistisch hergestellten beliebig reproduzierbaren 
Güter. Hier würde kein Problem bestehen, wenn jeder Kapitalist 
von seinen eigenen Arbeitern die ganze Differenz zwischen dem 
statischen Preise des Produktes und demjenigen Bestandteile ihres 
Wertes einstreichen könnte, der der Wiederersatz des statischen 
I) Wert und Kapitalprofit, 1. u. 2. Aufl., S. 1ı32ff. Theorie S, 634ff. 
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