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Davon entfallen 516,3 Mill. AZ. auf .die gemeindlichen Betriebe und 11,6 Mill. AM
auf die Betriebe der Gemeindeverbände. Im Jahre 1913/14 betragen die Reinüberschüsse
der gemeindlichen Betriebe nur 234,2 Mill. X und diejenigen der Gemeindeverbände
3,4 Mill. 4. Die Reinüberschüsse der Gemeindebetriebe sind somit gegenüber 1913/14
auf reichlich das Doppelte, diejenigen der Gemeindeverbände um etwa ein Drittel an-
gewachsen. Trotzdem die Reinüberschüsse in der Nachkriegszeit zahlenmäßig wesentlich
höher sind als diejenigen des Vorkriegsjahres 1913, ist ihre finanzwirtschaftliche Be-
deutung für den Haushalt der Gemeinden nur unwesentlich gestiegen. Im Rechnungs-
jahr 1913/14 betrug der Anteil der Reinüberschüsse am Zuschußbedarf der Gemeinden
15,1 vH und im Rechnungsjahr 1927/28 15,3 vH. Die Deckungskraft der Rein-
überschüsse für den Haushalt der Gemeindeverbände hat sich sogar um mehr als die
Hälfte vermindert. Der Anteil der Reinüberschüsse am Zuschußbedarf der Gemeinde-
verbände ist nämlich von 3,3 vH im Jahre 1913/14 auf 1,5 vH im Jahre 1927/28
zesunken. Gemessen an dem Aufkommen der Realsteuern betragen die Reinüberschüsse
der Gemeinden im Rechnungjahr 1927/28 38,8 vH. >
Aus der Reihe der einzelnen Betriebsarten ragen die Reinüberschüsse der Verkehrs-
unternehmungen, der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sowie der Elektrizitäts-
werke durch ihr besonders starkes Anwachsen gegenüber 1913/14 hervor. Den größten
Steigerungssatz weisen die Reinüberschüsse der Verkehrsunternehmungen
auf, die sich je Kopf der Bevölkerung mehr als verfünffacht haben, obwohl die Verkehrs-
unternehmungen im Rechnungsjahr 1927/28 nur für die Gemeinden mit über 5 000 Ein-
wohnern gesondert erfaßt sind. Diese hohe Steigerung ist vor allem durch die Verkehrs-
anternehmungen der Gemeindeverbände verursacht, die im Jahre 1913/14 einen Reinzuschuß
in Höhe von 1,7 Mill. 4 erforderten, während sie im Jahre 1927/28 einen Reinüberschuß
von 197000 A. abwerfen. Absolut fallen die Reinübe:-schüsse der Verkehrsunternehmungen
gegenüber den landwirtschaftlichen Betrieben und den Elektrizitätswerken nicht ins Ge-
wicht, da sie 1927/28 nicht ganz 5vH der Reinüberschüsse insgesamt ausmachen.
Die Reinüberschüsse der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe
einschließlich des Grundvermögens sind 1927/28 reichlich viermal so hoch wie diejenigen
der Verkehrsunternehmungen. Gegenüber 1913/14 sind sie ebenfalls erheblich gestiegen,
und zwar je Kopf der Bevölkerung um 350 vH. Dieses Anwachsen ist jedoch ausschließ-
ıich durch die Betriebe und das Grundvermögen der Gemeinden verursacht, da die land-
wirtschaftlichen Betriebe einschließlich des Grundvermögens der Kreisverbände in allen
Rechnungsjahren mit einem Zuschuß abschließen, der von 73 000 X im Jahre 1913/14
auf 3,9 Mill. AM im Jahre 1927/28 angewachsen ist.
Die Reinüberschüsse der Elektrizitätsversorgung machen 1927/28 mit
217 Mill. AM rd. 40 vH der Reinüberschüsse insgesamt aus. Die Zunahme gegenüber
1913/14 beträgt, je Kopf der Bevölkerung berechnet, 288 vH; sie ist damit wesentlich
größer als diejenige der Gas-und Wasserversorgung, deren Reinüberschüsse
in derselben Zeitspanne nur um 47 bzw. 110 vH gestiegen sind. Auch zahlenmäßig er-
reichen die Reinüberschüsse der Gas- und Wasserwerke zusammen nicht die Höhe des
Reinüberschusses aus Elektrizitätswerken. Besonders stark ist die Zunahme der Rein-
überschüsse aus der Elektrizitätsversorgung bei den Gemeindeverbänden; sie beträgt dort
1927/28 gegenüber 1913/14 766 vH.
Eine beträchtliche Abnahme der Reinüberschüsse weisen neben den sonstigen Be-
trieben vor allem die Kreditunternehmungen auf. Sie sind von 33,8 Mill. 4
im Jahre 1913/14 auf 3,4 Mill. AM im Jahre 1927/28, also auf den zehnten Teil zurück-
vegangen. Insbesondere im Haushalt der Gemeindeverbände hat sich die finanzielle Be-
deutung der Kreditunternehmungen völlig verschoben. Während die Kreditunternehmun-
gen vor dem Kriege die Hauptertragsquelle der Gemeindeverbände darstellten — von den
8,4 Mill. 4% Reinüberschüssen im Jahre 1913/14 erbrachten die Kreditunternehmungen
8,3 Mill. X, also fast den gesamten Reinüberschuß — steuern sie 1927/28 nur noch rd
ein Siebentel zu den gesamten Reinüberschüssen der Gemeindeverbände bei. Die Ursach®
für die Minderüberschüsse der Kredituntnernehmungen ist in den Aufwertungsverpflich-
tungen und in dem Kapitalverlust durch die Inflation zu erblicken.