Full text: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

— 544 — 
Das dritte Moment ergibt sich aus den Schwankungen des Preisniveaus, die besonders 
im Vergleich mit der Vorkriegszeit, aber auch im Verlauf der letzten 5 Jahre störend 
ins Gewicht fallen. Zu der Einkommensaufblähung infolge der allgemeinen Geldwert- 
verschiebung kommen, besonders in den Jahren nach der Inflation, eine Reihe von 
speziellen Momenten, wie z. B. die Erhöhung der gesetzlichen Mieten und die Besoldungs- 
reform der Beamten, die ebenfalls eine rein nominelle Einkommenssteigerung zur Folge 
haben. Während die allgemeinen Geldwertverschiebungen sich durch Umrechnung der 
Einkommen über den Lebenshaltungsindex wenigstens annähernd ausschalten lassen, 
werden die speziellen nominalen Steigerungen auf diese Weise nur zum geringen Teil 
erfaßt, ohne daß ihre vollständige Ausschaltung auf anderem Wege möglich wäre. 
Der 30prozentige Zuwachs des Volkseinkommens seit 1925 erweist sich somit fast 
zur Hälfte (bei vollständiger Ausschaltung aller Nominalsteigerungen sogar in noch 
höherem Maße) als rein nomineller Natur. Ein weiteres Zehntel des Nominalzuwachses 
wird durch die Bevölkerungsbewegung kompensiert. Bei Ausschaltung der allgemeinen 
Geldwertverschiebungen mit Hilfe des Lebenshaltungsindex ergibt sich von 1925 bis 1929 
eine Steigerung der Realwerte von etwa 18 vH in der Gesamtsumme oder rd. 15 vH 
je Kopf der Bevölkerung. Bei Ausschaltung aller rein nominellen Einkommenserhöhungen 
wäre der Realzuwachs noch geringer. Trotz der relativ schnellen Entwicklung der 
letzten Jahre hat aber das Volkseinkommen seinem Realwert nach den Vorkriegsstand 
in der Gesamtsumme eben erst und je Kopf der Bevölkerung noch nicht einmal ganz 
wieder erreicht. 
Die Entwicklung des Volkseinkommens (1925 = 100) , 
Nominalwert Realwert 
lahrt 
19139) eeeeeeeeeeee ee 
1926 ee 
ORT ea CR ER nr ER 
LE ereeeeee 
1929 ,... era 
: je Kopf 
insgesamt der Bevölkerung 
I 
100 
104 
114—116 
125—129 
127—133 
100 
103 
112—115 
123—127 
124—130 
| 
je Kopf 
insgesamt der Bevölkerung 
15 120 
100 100 
103 102 
108—110 107—109 
115—119 113—117 
118-121 113—118 
1) Heutiges Gabiet, 
d. Die regionale Verteilung des Volkseinkommens 
Von dem gesamten Volkseinkommen entfallen knapp zwei Drittel auf Preußen, 1° 
etwa 10 vH auf Bayern und Sachsen, je 4 vH auf Württemberg und Baden. Die 
relativen Verschiebungen zwischen Vor- und Nachkriegszeit sind gering. Die Je-Kopf- 
Einkommen entsprechen in Preußen ungefähr dem Reichsdurchschnitt, jedoch mit starken 
Spannungen zwischen dem agrarischen Osten einerseits und dem industriellen Westen 
sowie Berlin andererseits. Bayern liegt im Durchschnitt der Länder am tiefsten, jedoch 
erheblich höher als der ganze preußische Osten. Die Hansestädte gehen, ähnlich wie 
Berlin, als rein städtische Bezirke am meisten über den Reichsdurchschnitt hinaus, es 
folgen die Industriegebiete in Sachsen und im preußischen Westen (vgl. Übersicht 40)- 
e, Die Verteilung des Volkseinkommens nach Berufsgruppen 
1. Die selbständigen Gewerbetreibenden 
Auf die Selbständigen in Handel, Gewerbe und freien Berufen entfallen nach der BE 
rufs- und Betriebszählung von 1925 etwa 3,7 Millionen oder rd. 12 vH aller Er 
tätigen. In dieser Zahl sind die mithelfenden Familienangehörigen, ferner die leitenne
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.