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Das dritte Moment ergibt sich aus den Schwankungen des Preisniveaus, die besonders
im Vergleich mit der Vorkriegszeit, aber auch im Verlauf der letzten 5 Jahre störend
ins Gewicht fallen. Zu der Einkommensaufblähung infolge der allgemeinen Geldwert-
verschiebung kommen, besonders in den Jahren nach der Inflation, eine Reihe von
speziellen Momenten, wie z. B. die Erhöhung der gesetzlichen Mieten und die Besoldungs-
reform der Beamten, die ebenfalls eine rein nominelle Einkommenssteigerung zur Folge
haben. Während die allgemeinen Geldwertverschiebungen sich durch Umrechnung der
Einkommen über den Lebenshaltungsindex wenigstens annähernd ausschalten lassen,
werden die speziellen nominalen Steigerungen auf diese Weise nur zum geringen Teil
erfaßt, ohne daß ihre vollständige Ausschaltung auf anderem Wege möglich wäre.
Der 30prozentige Zuwachs des Volkseinkommens seit 1925 erweist sich somit fast
zur Hälfte (bei vollständiger Ausschaltung aller Nominalsteigerungen sogar in noch
höherem Maße) als rein nomineller Natur. Ein weiteres Zehntel des Nominalzuwachses
wird durch die Bevölkerungsbewegung kompensiert. Bei Ausschaltung der allgemeinen
Geldwertverschiebungen mit Hilfe des Lebenshaltungsindex ergibt sich von 1925 bis 1929
eine Steigerung der Realwerte von etwa 18 vH in der Gesamtsumme oder rd. 15 vH
je Kopf der Bevölkerung. Bei Ausschaltung aller rein nominellen Einkommenserhöhungen
wäre der Realzuwachs noch geringer. Trotz der relativ schnellen Entwicklung der
letzten Jahre hat aber das Volkseinkommen seinem Realwert nach den Vorkriegsstand
in der Gesamtsumme eben erst und je Kopf der Bevölkerung noch nicht einmal ganz
wieder erreicht.
Die Entwicklung des Volkseinkommens (1925 = 100) ,
Nominalwert Realwert
lahrt
19139) eeeeeeeeeeee ee
1926 ee
ORT ea CR ER nr ER
LE ereeeeee
1929 ,... era
: je Kopf
insgesamt der Bevölkerung
I
100
104
114—116
125—129
127—133
100
103
112—115
123—127
124—130
|
je Kopf
insgesamt der Bevölkerung
15 120
100 100
103 102
108—110 107—109
115—119 113—117
118-121 113—118
1) Heutiges Gabiet,
d. Die regionale Verteilung des Volkseinkommens
Von dem gesamten Volkseinkommen entfallen knapp zwei Drittel auf Preußen, 1°
etwa 10 vH auf Bayern und Sachsen, je 4 vH auf Württemberg und Baden. Die
relativen Verschiebungen zwischen Vor- und Nachkriegszeit sind gering. Die Je-Kopf-
Einkommen entsprechen in Preußen ungefähr dem Reichsdurchschnitt, jedoch mit starken
Spannungen zwischen dem agrarischen Osten einerseits und dem industriellen Westen
sowie Berlin andererseits. Bayern liegt im Durchschnitt der Länder am tiefsten, jedoch
erheblich höher als der ganze preußische Osten. Die Hansestädte gehen, ähnlich wie
Berlin, als rein städtische Bezirke am meisten über den Reichsdurchschnitt hinaus, es
folgen die Industriegebiete in Sachsen und im preußischen Westen (vgl. Übersicht 40)-
e, Die Verteilung des Volkseinkommens nach Berufsgruppen
1. Die selbständigen Gewerbetreibenden
Auf die Selbständigen in Handel, Gewerbe und freien Berufen entfallen nach der BE
rufs- und Betriebszählung von 1925 etwa 3,7 Millionen oder rd. 12 vH aller Er
tätigen. In dieser Zahl sind die mithelfenden Familienangehörigen, ferner die leitenne