Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

sind  in  Masse  blaugrün  gefärbt,  im  einzelnen  farblos,  durchsichtig,  rund  und  mit
feinen  Höckern  besetzt.
Den  Anfang  der  geschlechtlichen  Fortpflanzung  stellen  korkzieherartig  gewundene
Äste,  die  Askogone,  deren  Windungen  bald  infolge  näheren  Zusammenwachsens  eine  hohle
Schraube  bilden,  dar  (Pig.  222  f,  S.  415).  Diese  Äste  heißen  Askogone.  An  der  untersten
Windung  dieser  Organe  entsteht  das  Pollinodium,  welches,  an  dem  Askogon  emporwachsend,
mit  seiner  Spitze  der  obersten  Windung  sich  dicht  anlegt.  Nachdem  durch  Verschmelzung
der  beiden  Geschlechtszellen  eine  Befruchtung  eingetreten  ist,  umhüllt  sich  das  Askogon
mit  einer  Schicht  polygonaler  Zellen.  Bald  darauf  treten  in  dem  schraubenförmigen  Gebilde
des  Askogons  zahlreiche  keulige  Ausstülpungen  auf,  welche  sich  verzweigen  und  dicke,
kurzkeulige  Asci  mit  8  Sporen  entwickeln  (Fig.  222  E,  S.  415).
Bei  der  Reife  lösen  sich  die  Schlauchmembrane  und  nun  liegen  die  Sporen  in  Gestalt
bikonvexer  Linsen  und  an  der  Kante  mit  einer  Ringfurche  versehen  frei  in  dem  brüchigen,
äußerlich  von  einer  schwefelgelben,  harzartigen  Masse  bedeckten  Perithecium.
Diese  Askosporen  erzeugen  bei  ihrer  Keimung  ein  Mycelium,  das  zunächst  Konidien
und  weiterhin  wieder  Perithecien  entwickelt.
Dem  Eurotium  herbariorum  sehr  nahe  verwandt  ist  eine  als  Eurotium
medium  Meifsner  beschriebene  Schimmel-Art,  die  sich  durch  die  Erzeugung  eines
tiefroten  Farbstoffes  auszeichnet  und  neben  Eurotium  herbariorum  häufig  in
schimmeligen  Ölkuchen  auftritt.
ß)  Aspergillus  flavus  de  By.  unterscheidet  sich  von  den  genannten  Arten
durch  die  gelbe  Farbe  der  Sporenmassen.  Von  dieser  Art  kennt  man  nur  Sklerotien.

A  ein  Konidienträger  f  aus  einer  Mycelhyphe  m  entspringend; ­
  B  das  pinselförmig  verzweigte  Ende  der  Fig.  224.  Mllchschimrael  (Oldlum  lactls
Fruchthyphe  mit  den  Sporenketten  auf  den  Zweigenden,  Fresenius).  Myoel  mit  Konidienketten  C.
(430-fach).  Nach  Zopf.  (890-faoh).  Nach  de  Bary.
Sie  kommt  etwas  seltener  auf  Futtermitteln  vor  und  entwickelt  sich  besonders  bei
höheren  Temperaturen.
Von  der  Gattung  Penicillium  ist  nur  eine  Art,  P.  glaucum  Link,  hiervon
Interesse.  Es  ist  dies  der  gewöhnliche  grüne  Schimmel,  die  häufigste  Art.  Ihre
Konidien  sind  in  Menge  blaugrün.  Außer  der  Konidienfruktifikation  (Fig.  223)
bildet  P.  glaucum  noch  Sklerotien,  aus  denen  später  in  ähnlicher  Weise  wie  bei
Eurotium  die  Schlauchfruktifikation  entsteht.
            
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