wo die Gesteinschichten der Umgebung kein oder nicht genügend Wasser spenden oder
deren Wasser, etwa wegen zu großer Härte, unbrauchbar ist. Eine sehr wasserreiche
Alluvion besitzt das Altmühltal von Dollnstein bis zur Mündung des Flußes in die Donau.
Die Altmühl fließt dort in einem alten Talstück, das zur Diluvialzeit die Donau benutzte
and dem daher viel Geröll aus dem Gletscherschutt des oberbayerischen Hochlandes zu-
geführt wurde. Diese Schottermassen, welche sehr durchlässig sind und weit unter die
Talsohle hinabreichen, führen reichliches und gutes Grundwasser. Die Stadt Eichstätt und
einige Juragruppen versorgen sich daraus.
c) Pfalz.
Nach den verschiedenen Bodenformationen kann man in der Pfalz vier Haupt-Gebiets-
abschnitte unterscheiden: Vorderpfalz, Haardt und Pfälzer Wald, südwest-
pfälzische Hochebene, sodann das Nordpfälzer Bergland.
Die Vorderpfalz umfaßt die weite Ebene und das anschließende hügelige Land
zwischen dem Rhein und dem Steilrande der Haardt. Der Untergrund besteht in der
Hauptsache aus undurchlässigen oder schwer durchlässigen Schichten, nämlich aus tonigen
Lagen, Schlick und feinem Sand. Wasserführende Sand- und Schottermassen, wie sie durch
Jiluviale Hochwässer und Alluvionen im badischen und hessischen Teile der Rheinniederung
in großer Mächtigkeit angehäuft wurden, haben auf der pfälzischen Seite nur geringe Ver-
oreitung. Die Vorderpfalz ist daher im großen und ganzen arm an Quellen und Grund-
wasser. Größere Wasservorräte .sind. nur in den kiesigen Schuttkegeln- der Haardtflüsse
ınd in den Flußalluvionen vorhanden, namentlich im grobkörnigen Rheinalluvium, das
wenigstens in schmalen Streifen auch auf den pfälzischen Teil der Rheinniederung herüber-
greift. Aus diesem Rheinalluvium werden die pfälzischen Städte am Rhein, Germersheim,
Speyer, Ludwigshafen a. Rhein, Frankenthal, und deren dichtbesiedelte Umgebung versorgt.
Auch die im Bau befindliche große Pfälzer Mittelrheingruppe entnimmt daraus das Wasser.
Aus diluvialen Schottern, die von den Haardtflüssen ausgebreitet wurden, werden die
Brunnen der Gemeinde Lachen-Speyerdorf und der Haßlocher Gruppe gespeist. Als
brauchbare wasserführende Schichten spielen ferner noch die am Rande der Haardt, z. B.
bei Bad Dürkheim, Neustadt a. d. Haardt und Landau i. d, Pf. liegenden tertiären Süßwasser-
kalkmassen eine Rolle. Sie liefern das Wasser für die Freinsheimer Gruppe und für die
Gruppe Herxheim-Dackenheim. .
Im Gegensatz zur quell- und grundwasserarmen Rheinniederung herrscht in den
Mittelgebirgsgegenden der Haardt und des Pfälzerwaldes außerordentlicher Wasser-
reichtum. Über den tief im Untergrunde gelagerten Urgebirgsgesteinen und Übergangs-
schichten baut sich der Gebirgsstock dieses weiten Berglandes aus den grobkörnigen, poren-
reichen Gesteinsmassen des Buntsandsteins auf. Diese Sandsteinmassen haben große
Mächtigkeit, stellenweise bis zu einigen hundert Metern, und gehen vielfach noch tief unter
die Talsohlen hinab. Infolge ihrer porösen und durchgehend ziemlich gleichmäßigen. Be-
schaffenheit lassen sie die aus den Niederschlägen und der Feuchtigkeit der Luft aufge-
aommenen Wassermengen zum großen Teil in die Tiefe sinken. Dort bilden sich in den
unter den Talsohlen liegenden Sandsteinmassen mächtige und weithinreichende Tiefenwasser-
becken, die mit ihrem überschüssigen Wasser in den tief eingeschnittenen Tälern zahlreiche
und ergiebige Quellen speisen. Außerdem können die großen unterirdischen Wasservor-
räte jederzeit durch Bohrung von Brunnen den Zwecken der Wasserversorgung dienstbar
gemacht werden. Der Wasserreichtum des Buntsandsteins kommt natürlich nicht nur den
im Gebirge gelegenen Orten, sondern auch den Randgebieten der Haardt zustatten. So
beziehen gleich Bergzabern und Annweiler auch die Städte Landau i. d. Pf, Edenkoben,
Neustadt a. d. Haardt, Bad Dürkheim ihr Wasser im wesentlichen aus dem auellenreichen