Full text: Die Wasserversorgung in Bayern nach dem Stande vom 1. 1. 1928

Unter den letzteren befindet sich das als besondere Ortschaft geführte, zum Stadt- 
bezirk Regensburg gehörige Dorf Weichs (1172 Einw.), das 15 Elektro-Pumpbrunnen und 
m übrigen einfache Pumpbrunnen hat. 
In 5 ganz und 35 teilweise durch Wasserleitungen versorgten Orten sind neben ander- 
weitigen Leitungsanlagen auch noch Pumpbrunnen mit motorischem Kraftantrieb vorhanden. 
Von den 87795 Wohngebäuden der Oberpfalz liegen 33709 oder 38,4 v. H. in solchen 
Ortschaften, welche durch Wasserleitungen ganz versorgt sind. Die teilweise versorgten 
Orte umfassen 30760 Wohngebäude; davon haben 9339 Hausanschluß, d. s. 10,6 v. H. aller 
oberpfälzischen Wohngebäude. Hiernach sind von 100 Wohngebäuden in der Ober- 
pfalz mindestens 49 durch Wasserleitung versorgt. 
Die kreisunmittelbaren Städte haben mit Ausnahme von Weiden und abge- 
sehen von mehreren Nebenorten alle vollständige Leitungsversorgung. Die Kreishauptstadt 
Regensburg entnimmt das Wasser für ihre Leitung dem Weißen Jura aus 2 unter sich 
gefaßten Quellgruppen. U. a. sind auch die als besondere Ortschaften geführten Stadtteile 
Stadtamhof (233: 200), Steinweg (224: 190) und Pfarrdorf Reinhausen (432: 195) an die Wasser- 
versorgung der Stadt Regensburg angeschlossen und dadurch zum Teil versorgt. Amberg 
bezieht für eine Leitung das Wasser aus 4 dem Eisensandstein entspringenden Quellen und 
für die andere aus Tiefbrunnen im Weißjura-Dolomit. Aus einer 13,5 km von der Stadt 
entfernten, dem Weißen Jura entspringenden Quelle leitet Schwandorf i. Bay. das 
Wasser herbei. Neumarkt i. d. OPf. versorgt sich aus Eisensandsteinquellen und durch 
Brunnenwasser ‚aus Diluvialsandlagen des Jura-Vorlandes. Die Versorgung der Stadt 
Weiden, von deren 1332 Wohngebäuden 1020 Hausanschluß haben, erfolgt durch Wasser 
aus Talalluvium und Keupersandstein. 
Von den anderen größeren Ortschaften!) der Oberpfalz mit mehr als 2000 Ein- 
wohnern entnehmen die Stadt Sulzbach und der Markt Regenstauf das Wasser dem 
Weißen Jura, desgleichen die Wasserleitung für das Dorf Hub, aus welcher neben anderen 
Orten auch das Pfarrdorf Rosenberg (213:182) versorgt wird. Für die Leitung der Stadt 
Burglengenfeld (571:381) kommt als Wasserspender Talalluvium und Weißer Jura, für 
iene der Stadt Auerbach der Eisensandstein des Braunen Juras in Betracht. 
Quellen aus dem Urgebirge verwenden die Städte Cham (582:401), Furth i. Wald. 
Nabburg, Neunburg vorm Wald, Neustadta. d. Waldnaab, Tirschenreuth, 
Waldsassen, Vohenstrauß und Waldmünchen sowie die Märkte Floß, Mitter 
teich und Windischeschenbach. Cham, Tirschenreuth. Mitterteich und Waldsassen 
leiten das Wasser 10 bis 16 km weit herbei. 
Die oberpfälzischen Wasserversorgungsgruppen schöpfen fast alle aus den 
:eichlichen Wasservorräten des Weißen Juras, auch die inzwischen gebaute Ittelhofer 
Gruppe und die geplante Wolfsegg-Heitzenhofer Gruppe. Nur vier entnehmen das Wasser 
aus anderen Formationen, nämlich die Wolfsbuch-Paulushofener Gruppe aus Talalluvium, 
die Gruppe Ibenthan-Ponholz aus Diluvial-Talschotter, die Gruppen Krummennaab-Burggruh 
and Königshütte-Neuhof-Steinmühle aus Urgebirgsquellen. 
Nach Zahl der Wohngebäude in den ganz durch Wasserleitungen versorgten Orten 
and der Hausanschlüsse in den teilweise versorgten Orten ist die Leitungsversorgung am 
weitesten vorgeschritten in den Bezirksämtern Tirschenreuth mit 73 versorgten 
Anwesen auf das Hundert, Parsberg mit 68, Beilngries mit 65, Vohenstrauß mit 64, 
Neustadta. d, Waldnaab mit 56, Eschenbach‘ mit 54 und Riedenburg mit 52 v. H. 
Ähnlich wie in Niederbayern ist auch in der Oberpfalz eine Reihe von Bezirksämtern, 
deren Gebiet ganz oder zum großen Teil im Waldgebirge liegt, durch Wasserleitungen gut ver- 
sorgt. Dazu gehören vor allem Tirschenreuth, Vohenstrauß und Neustadt a. d. Waldnaab. Das 
!) Siehe Anmerkunez 1 Seite 48.
	        
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