Deutsche Erfolge i. änßersten Osten; Schicksale d. Kolonisation bis 1800. 379
berger, die mit Friedrich dem Streitbaren im Jahre 1246
erloschen, eine so eigenständige, rein deutsche Kultur erwuchs,
indem das Herrscherhaus den Gedanken einer Einigung der
deutschen Gebiete am Abhang der Ostalpen zu einem großen
Reiche verfolgte — indem auf diese Art ein in sich wohl ab—
gewogenes, aber auch in sich gesättigles Leben des deutschen
Südostens herrlich emporschoß: vergaß man der harten Auf—
gaben deutscher Propaganda jenseits der oͤstlichen wie nördlichen
Grenzen, und deutsches Wesen verschaffte sich hier, in Ungarn
wie Böhmen, nur kraft seiner inneren UÜberlegenheit, doch unter
fremder Führung Leben und Einfluß. —
In Ungarn blieb auch noch nach Begründung einer ein—
heitlichen Herrschaft durch Stephan den Heiligen ums Jahr
1000 die Ostgrenze, die sich feindlicher Einwirkung von Süd—
osten her im Donauthal nur allzuleicht öffnet, auf lange Zeit
unbeschützt und wilden Angriffen der südlich und östlich woh—
nenden Völker anheimgegeben. Sollte das Land hier ge—
sichert werden, so mußte die gewaltige Ostbastion des heutigen
sterreichs, Siebenbürgen, das Land jenseits des Urwaldes,
der die Theißebene östlich begrenzte, besetzt und dauernd
gehalten werden. Die Magyaren suchten das zunächst durch
Ansiedelung von Landsleuten zu erreichen. Um die Wende
des 11. und 12. Jahrhunderts, unter dem König Ladislaus,
Siebenbürgens Schutzpatron, und unter dessen Nachfolgern wurden
hier kriegerische Magyaren unter Führung eines Grafen heimisch
gemacht; es sind die spüteren Szekler. Aber die Szekler
genügten wohl der bloßen Abwehr der Feinde, doch nicht der
Qultivation des beschützten Landes. Dazu bedurfte es des
deutschen Landmanns. Seit Geisa II. (1141-116)) wanderten
Deutsche aus Flandern und vom Niederrhein, vor allem aber
von den rauhen Waldhöhen der Eifel, des Hunsrücks, des
Westerwaldes zum fernen Land; in den öden Gegenden und
Wäldern um die Sibinburg! begannen sie zu roden und zu
pflanzen: es sind die Anfänge des deutschen Siebenbürgens.
mBurg am Flusse Szeben — das spätere Hermannstadt.