Full text : Allgemeine Gesellschaftslehre

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VII Kapitel,

Behauptung des Anderen besondere Handlung vornehme, oder die Bereit-Wider-Willigkeit
 dafür zugehörig zu machen, daß er bei Erfahrung
vesonderer Behauptung des Anderen besondere Handlung unterlasse.
Der Erheber eines „‚Anspruches auf an Dritten zu richtende Weisung“
hat also auch kein Interesse daran, daß der Adressat jenes Verhalten,
 welches dem Dritten auf Grund der vom Anderen empfangenen
Weisung zugehörig werden wird, emotional günstig denkt, er hat vielmehr
 nur ein Interesse daran, daß der Adressat das von ihm beanspruchte
Urteil dem Dritten gegenüber fällt, da sich dann im Sinne des an den
Dritten gerichteten Anspruches alles Weitere auf Grund jenes Anspruches
 ergibt. Zweitens aber kann überhaupt „Werbung-Streben‘“
aines Adressaten nicht „Beanspruchtes“ sein, vielmehr ist „Beanspruchtes“
stets besonderes Verhalten, d. h. solches Eigen-Leibliches des Adressaten,
 welches er in Beziehung zu eigenem Wollen oder Wider-Wollen
weiß, in welchem jenes Eigen-Leibliche als Wider-Mittel in Beziehung
zu der angedrohten Soll-Folge-Verwirklichung gedacht war. Ein „Ansprucherfüllungs-Seelenaugenblick“‘
 ist jener Verhalten-Seelenaugenblick,
in welchem in der vom Ansprucherheber gedachten Weise wider die
ıngedrohte Soll-Folge-Verwirklichung gezielt wird, während es für das
Wesen des „Ansprucherfüllungs-Seelenaugenblickes‘“ gleichgültig ist,
>»b der Ansprucherfüller jene Wirkungen, welche der Ansprucherheber
durch das beanspruchte Verhalten herbeiführen oder ausschließen wollte,
überhaupt denkt, um sie überhaupt weiß, und ob er sie, wenn er um
sie weiß, emotional günstig oder emotional ungünstig denkt. Bittet
z. B. A den B um ein Glas Wasser, so erfüllt B diesen Anspruch des A,
wenn er ein Glas Wasser bringt, um Unlust des A. zu verhindern, und
in diesem Ansprucherfüllungs-Seelenaugenblicke muß er gar nicht wissen,
wozu A ein Glas Wasser braucht, wenn er es aber weiß, muß er diese
Folgen seines Tuns durchaus nicht emotional günstig denken. Das vom
Adressaten eines „Anspruches auf an Dritten zu richtende Weisung“
Beanspiuchte ist also keineswegs eine an den Dritten zu richtende Veraalten-Werbung,
 ist vielmehr nur besonderes Urteil.
Um die Besonderheit dieses Urteiles zu bestimmen, müssen wir
aber zunächst noch den „Anspruch auf durch Dritt-Weisung bedingtes
 Verhalten‘ betrachten. In jedem solchen Anspruche wird entweder
 darauf gezielt, dem Adressaten die Bereitwilligkeit dafür zugehörig
 zu machen, daß er Handlungen vornehme, welche im Anspruche
lediglich als identische wirkende Bedingungen für die Verwirklichung
oesonderer auf den Ansprucherheber bezogener Werte bezeichnet sind,
oder darauf gezielt, dem Adressaten die Bereit-Wider-Willigkeit dafür
zugehörig zu machen, daß er Handlungen, welche im Anspruche lediglich
 als identische wirkende Bedingungen für die Verwirklichung
besonderer auf den Ansprucherheber bezogener Unwerte bezeichnet
            
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