2
Kubikmeter Inhalt 1 ). In Westfalen schwankt das Eigengewicht
eiserner Wagen bei 500 kg Nutzlast zwischen 275 und 350 kg,
meist beträgt es 300 kg; bei 600 kg Nutzlast steigt das Eigen
gewicht auf 350 kg. Solch ein Wagen kostet durchschnittlich
80—110 Mk. 1 2 ). Im Ruhrgebiete gehören Wagen, die weniger
als 500 kg Kohle zu fassen vermögen, zu den Seltenheiten.
500 kg Nutzlast ist das Normale, 55° kg scheint es zu werden.
Ja, auf Zeche Deutscher Kaiser, Schacht III, sind schon Wagen
mit 750 kg Ladegewicht im Gebrauche. (Bedingung ihrer Anwen
dung ist aber, dass die Strecken geräumig genug sind und dass
sie nicht in zu starken Druck geraten oder eine quellende Sohle
haben). Man sucht demnach die Nutzlast möglichst gross, die
tote Last aber möglichst gering zu machen und ferner den Rei
bungskoeffizienten zu verringern 3 ).
Die Bauart der Wagen ist verschieden: teils länger, teils
höher. Es ist jedoch für den Betrieb einer Zeche von Vorteil,
wenn das System gleich ist. Im Süden des Ruhrgebietes, also
dem ältest gebauten Teile, finden sich sogar noch Wagen aus
Holz ohne Spurkranzräder (sog. deutsches System). Bezeichnend
ist, dass die Förderung dieser Zechen aber auch nur im Land
debit 4 ) Absatz findet. Was die Zahl der zur Förderung notwen
digen Wagen anlangt, so sei bemerkt, dass man bei einer täg
lichen Doppelschicht im Durchschnitt auf je 1 t Förderung unter
normalen Verhältnissen einen Förderwagen rechnet 2 ).
2. Das Material der Förderbahnen ist heute fast all
gemein die Stahlschiene in verschiedenen Profilen. Die Schwellen
sind zum grossen Teile noch aus Holz, das namentlich bei Pferde
förderung manche Vorteile hat. Vielleicht wird auch hier, wenn
einmal die mechanische Streckenförderung verbreiteter ist, der
Stahl den Siegeszug antreten. Die Anlage der Bahn hat sich
1) Köhler, Kat. 126. 2) Entw. Bd. V, 30.
3) Vgl. den Aufsatz: »Ueber Förderung auf annähernd horizontaler und auf ge
neigter Bahn abwärts« in der amtlichen Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Sa
linenwesen im Preussisclien Staate (im folgenden zitiert als »Preuss. Zeitschr.«) Jahrg.
1S89. Zur Verringerung des Reibungskoeffizienten dient das Schmieren. Köhler (Kat.
129) hält es bei zäher Schmiere pro Schicht mindestens einmal für nötig. Das Streben,
an diesem Material (Schmierverbrauch z. B. pro t Saarkohle 1871: 0,27 kg, 187$:
0,58 kg, 1889/90: 0,28 kg) und an der bei der Förderung ganz besonders kostbaren
Zeit zu sparen, hat zur Anschaffung von Patentachsen geführt, die, einmal gefüllt,
4—8 Wochen anhalten.
4) Entw. Bd. V. 5.