Gestehungskosten (hauptsächlich der Löhne) sind die Minen seit einigen
Jahren nicht mehr in der Lage, Gold zu dem früher allgemein gültigen
Satze abzuliefern. So mußte sich auch einer der Hauptkäufer für Gold,
die Bank von England, dazu verstehen, den Unzenpreis für Gold erheblich
heraufzusetzen.
Hinsichtlich der Technik der Edelmetallgewinnnng sei folgendes bemerkt:
Gold. Dem geologischen Vorkommen nach unterscheidet man:
1. Waschgold oder Seifengold. Es entstammt goldhaltigen
Gebirgsmassen, die durch Wasser und Luft zerstört sind, und findet sich in
Gestalt von Staub, Körnern und Blättchen in sog. G o l d s e i f e n , das
sind sekundäre Ablagerungen von Sand, Gerölle usw., unmittelbar an der
Erdoberfläche oder unter ihr. Das Wasser hat die Teile der goldhaltigen
Gebirgsmassen weitergetragen und das schwere Metall an den Stellen,
an denen die Gewässer langsamer fließen, abgelagert.
2. Berggold oder Ganggold.. So nennt man das Gold, das sich
in feinster, oft mikroskopisch feiner Verteilung in Felsarten, wie Quarz,
Gneis, Glimmer- und Talkschieser, eingesprengt befindet.
Nach Art des Vorkommens richten sich die Methoden der Gewin
nung des Goldes: Das im Schwemmlande vorkommende Gold wird
gewonnen durch Wäscherei, durch Auswaschen goldhaltigen Sandes und
zerkleinerter erdiger Golderze. Der goldhaltige Sand wird geschwemmt,
wobei sich die schweren Goldteilchen am Boden der Rinnen absetzen.
Die Gewinnung des Berggoldes erfolgt durch bergmännische llr-
gewinnung der Erze und Gesteine. Goldführender Quarz wird
sein gemahlen und das Gold mit Quecksilber (Amalganiations-
verfahren) oder, wenn nur geringe Mengen von Gold darin ent-
halten sind, mit Chlorkalk- (C h l o r i e r u n g s v e r f a h r e n) bzw. mit
Zyankaliumlösung (Z y a n i d p r o z e ß) ausgezogen. Aus dem Gold
amalgam Wird dann aus eisernen Retorten einfach das Quecksilber ab
destilliert.
Während früher der weit überwiegende Teil der Goldgewinnung auf
dem Wege des Waschens erzielt wurde — nach Sneß stammte u/,g alles
Goldes aus den Wäschereien —, sind jetzt die goldhaltigen Schwemmlande
in fast allen wichtigen Produltionsländern (mit Ausnahme von Sibirien)
abgebaut, und es werden nunmehr über 80 % durch Gangbergbau aus-
(Fortsetzung S. 25)
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