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heute, mit Achtung auf die zurückblicken, welche die
größte Geistestat der Menschheit, die Konzeption des
Begriffes „wissenschaftliches Gesetz“ für das Gebiet
sozialen Geschehens wiederholten. In diesem Wort
kommt das ganze Ringen jener Zeit zum Ausdruck.
Was liegt daran, daß sie ihm nicht immer — denn
mitunter gelang es ihnen — schon jenen Sinn bei
legten, der später als der richtige erschien, wenn sie
sogar mitunter Opfer des Wortes „Gesetz“ wurden,
das ja den Stempel vor wissenschaftlicher Auffassung
trägt und noch in die fernsten Zeiten tragen wird?
Das Wesen der Sache haben sie uns dennoch erobert
und die Botschaft ihres Wollens kann niemals unter
gehen. Sie haben das größte Hindernis genommen
und alles Weitere war verhältnismäßig leicht.
III.
Dieses Weitere, wie war es nun? Fast könnte
es scheinen, als ob diese Frage sehr überflüssig wäre:
Die Wege waren ja geebnet, das Werk begonnen —
ist es nicht selbstverständlich, daß es fortgesetzt
wurde, daß sich neue Generationen von Forschern
fanden, die einfach dort fortfuhren, wo jene aufge
hört hatten und daß ich nun von einer Reihe ununter
brochener Erfolge, von stetig aufwärtsstrebender
Entwicklung zu erzählen habe? Leider ist das gar
nicht selbstverständlich, sogar so wenig, daß niemand,
der über die Art, wie sich aller menschliche „Fort
schritt“ vollzieht, jemals nachgedacht hat, der
gleichen erwarten würde — auch die Geschichte der
Wissenschaft ist voll Enttäuschungen für jeden, der