Full text: Der Zucker im Kriege

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Dr. Brukner in seinem Buche „Zucker und Zuckerrüben im Weltkrieg": 
„Die Bedeutung der Zuckerrüben wäre ganz unabhängig von der 
Zuckerindustrie, wenn es möglich wäre, ohne diese den Umfang des 
Anbaues aufrechtzuerhalten, wenn die Rüben in Brennereien auf 
Weingeist, in Trocknereien auf Futter, in Saft- und Krautfabriken 
auf Saft und Kraut verarbeitet werden könnten. Diese Anlagen 
reichen aber nicht aus, sie können nur einen kleinen Bruchteil der 
Rübenernte in Dauerware umwandeln. Die Verfütterung roher 
Rüben müßte jedoch auf das ganze Jahr verteilt werden, und da 
ginge ein großer Teil des Nährwertes der Rüben durch Gärung und 
Fäulnis verloren. Die Zuckerfabriken haben keine andere Aufgabe, 
als die auf den Rübenäckern gewonnenen ungeheuren Nährwert 
mengen vor dem Verderben zu schützen, die Rüben in drei haltbare 
Teile zu zerlegen: in Zucker, Schnitzel, die entweder getrocknet oder 
eingesäuert werden, und Melasse. Sie sind große „Weck"-Apparate, 
um den Erntesegen zu bergen und als Dauerware für lange Zeit 
haltbar zu machen. Durch die Zerlegung wird das ganze noch wert 
voller, weil die Trennung des Zuckers von den Schnitzeln und der 
Melasse die beste Verwendungsart jedes einzelnen Teiles 
ermöglicht. Die Zuckerindustrie ist daher eine notwendige Ergänzung 
des Rübenbaues und, solange andere Verwendungsarten fehlen, die 
unerläßliche Vorbedingung. Denn wie könnte ein Landwirt Rüben 
bauen, wenn er keine Sicherheit dafür hat, die Ernte unterzubringen 
und vor Verderben bewahren zu können? Nach Lage der bestehenden 
Verhältnisse steht und fällt, steigt und sinkt der Rübenbau mit seiner 
Zuckerindustrie." 
über die Nährwertmengen, die im Rübenbau im Vergleich 
niit anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen gewonnen wurden, gibt 
Otto Licht, Groß-Salze, in den „Beiträgen zur Bodenbenutzung und 
Volksernährung Deutschlands" an Hand der amtlichen Unterlagen 
über die für die letzten zehn Jahre ermittelten Hektarerträge an 
Stärkewert und Eiweiß folgenden Aufschluß: 
Durchschnittserträge vom Hektar 
in Doppelzentnern: 
Stärkewert 
Eiweiß 
1. Zuckerrüben 
. . 76,71 
3,51 
2. Futterrüben 
. . 32,56 
1,57 
3. Kartoffeln 
. . 28,64 
0,48 
4. Weizen 
. . 23,32 
2,26 
5. Gerste 
. . 20,91 
1,41 
6. Roggen 
. . 19,18 
ijgo 
7. Hafer 
. . 16,78 
1,67 
8. Kleeheu 
, . 15,48 
2,67
	        
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