‚36
Dritter Abschnitt
für die Erkenntnis der Organisation untergegangener Tiergeschlech
ter, haben Reliquien von Arbeitsmitteln für die Beurteilung unter“
gegangener ökonomischer Gesellschaftsiormationen. Nicht was ge“
macht wird, sondern wie, mit welchen Arbeitsmitteln gemacht wird
unterscheidet die ökonomischen Epochen.“ Die Arbeitsmittel sind
nicht nur Gradmesser der Entwicklung der menschlichen Arbeits
kraft, sondern auch Anzeiger der gesellschaftlichen Verhältnisse
worin gearbeitet wird. Unter den Arbeitsmitteln selbst bieten di‘
mechanischen Arbeitsmittel, deren Gesamtheit man das Knochel
und Muskelsystem der Produktion nennen kann, viel entscheidender
Charaktermerkmale einer gesellschaftlichen Produktionsepoche, al
solche Arbeitsmittel, die nur zu Behältern des Arbeitsgegenstande‘
dienen und deren Gesamtheit ganz allgemein als das Gefäßsyster
der Produktion bezeichnet werden kann, wie zum Beispiel Röhrel
Fässer, Körbe, ’Krüge usw. Erst in der chemischen Fabrikatit
spielen sie eine bedeutungsvolle Rolle.5*
Im weiteren Sinn zählt der Arbeitsprozeß unter seine Miti®
außer den Dingen, welche die Wirkung der Arbeit auf ihren Gege?
stand vermitteln, und daher in einer oder der andern Weise alt
Leiter der Tätigkeit dienen, alle gegenständlichen Bedingungen, di
überhaupt erheischt sind, damit der Prozeß stattiinde. Sie gehb®
nicht direkt in ihn ein, aber er kann ohne sie gar nicht oder n
unvollkommen vorgehen. Das allgemeine Arbeitsmittel dieser Ar
ist wieder die Erde selbst; denn sie gibt dem Arbeiter die Grund
lage, auf der er steht, und seinem Prozeß den Wirkungsraum (field
of employment). Durch die Arbeit schon vermittelte Arbeitsmitte'
dieser Art sind zum Beispiel Arbeitsgebäude, Kanäle, Straßen us“
Im Arbeitsprozeß bewirkt also die Tätigkeit des Mensch®
durch das Arbeitsmittel eine von vornherein bezweckte Veränderul®
des Arbeitsgegenstandes. Der Prozeß erlischt im Produkt. Se”
Produkt ist ein Gebrauchswert, ein durch Formveränderung mensch
lichen Bedürfnissen angeeigneter Naturstoff. Die Arbeit hat sich
mit ihrem Gegenstand verbunden. Sie ist vergegenständlicht u
der Gegenstand ist verarbeitet. Was auf seiten des Arbeiters p
der Form der Unruhe erschien, erscheint nun als ruhende Eige”
schaft, in der Form des Seins, auf seiten des Produkts. Er hat #”
sponnen und das Produkt ist ein Gespinst.
Betrachtet man den ganzen Prozeß vom Standpunkt seines R“
sultats. des Produkts. so erscheinen beide, Arbeitsmittel und Arbeit”
5 Von allen Waren sind eigentliche Luxuswaren die unbedeutendst”
für die technologische Vergleichung verschiedener Produktionsepochen. 1
5a Note zur 2,* Ausgabe. So wenig die bisherige Geschichtsschreib”
die Entwicklung der materiellen Produktion, also die Grundlage alles go n
schaftlichen Lebens und daher aller wirklichen Geschichte kennt, hat V
wenigstens die vorhistorische Zeit auf Grundlage naturwissenschaftlicht,
nicht sogenannter historischer Forschungen, nach dem Material der wer
zeuge und Walfen in Steinalter, Bronzealter und Eisenalter abgeteilt.