Object: Nationalökonomie (Teil 1)

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Plato. 
Xenonohon. 
Aristoteles. 
die Erhöhung der politischen Macht, die angemessene Organisation 
der Staatsverwaltung und Stärkung der Heeresmacht ansahen. Sie 
setzten einen gewissen Wohlstand ohne weiteres voraus und unter- 
suchten nicht, wie er zu heben, sondern mehr, wie er zweckmäßig 
zu verwenden war. Unzweifelhaft ist dieses mit dadurch bedingt, 
daß die Bürger ihre Wirksamkeit hauptsächlich auf politischem Gebiete 
suchten, und der größte Teil der wirtschaftlichen Thätigkeit den Sklaven 
überlassen wurde, wenn auch natürlich die meisten Bürger genötigt 
waren, mit Hand anzulegen, um sich den täglichen Bedarf zu er- 
arbeiten. Sie sahen aber, wie in dem Mittelalter der Adel, doch die 
Landwirtschaft als das ihrer eigentlich allein würdige Gewerbe an. 
Es fehlte in jener Zeit ferner an den Hilfsmitteln der Geschichte 
und Statistik, damit an der Sammlung der Erfahrungen über thatsäch- 
liche Verhältnisse als Grundlage theoretischer Erörterungen; und die 
Mißachtung des Auslandes, der Barbaren, verhinderte die Vergleichung 
mit den Zuständen anderer Länder. 
So finden wir wohl vereinzelte Betrachtungen volkswirtschaft- 
licher Natur, aber ohne jede systematische Zusammenfassung. Wir 
begnügen uns, einzelne charakteristische Beispiele herauszugreifen. 
Vor allen kommt Plato in Betracht, der in seinem Staats- 
ideal uns ein Beispiel der Ziele eines der hervorragendsten Geister 
seiner Zeit bietet, worauf wir aber an anderer Stelle zurückzukommen 
haben, wo wir die Entwickelung sozialistischer und kommunistischer 
[deen darstellen. Zu erwähnen ist aber, daß Plato schon Verständnis 
für die Bedeutung der Arbeitsteilung zeigt und nachweist, wie die 
Ausbildung der verschiedenen Gewerbe auf dem Prinzip der Arbeits- 
jeilung beruht. 
Von besonderem Interesse ist für uns die Schrift Xenophons 
„Ueber die Mittel, die Einkünfte Attica’s zu vermehren“. Wenn er 
auch das Jandwirtschaftliche Gewerbe in erster Linie preist, so zeigt er 
doch Verständnis für die Bedeutung des Handwerks wie des Handels 
als Grundlagen des Wohlstandes, Die Sklaverei acceptiert er als wirk- 
sames Hilfsmittel, wie es seiner Zeit entsprach. Wichtig sind seine 
Untersuchungen über das Geldwesen, bei welchen allerdings manches 
Schiefe mit unterläuft; aber er erkennt bereits, daß der Wert des 
eldes sich anders entwickelt, als der der gewöhnlichen Waren, und 
steht über den merkantilistischen Anschauungen, indem er die Nützlich- 
keit auch eventuell einer Abgabe des Geldes an das Ausland anerkennt. 
Wie Aristoteles die Anschauung und das Wissen seiner Zeit 
überhaupt in seinem Werke über die Politik zusammenzufassen sucht, 
so finden wir in demselben auch seine Grundanschauung politischer 
und wirtschaftlicher Natur vertreten. Der Staat tritt bei ihm in 
scharfer Weise als Selbstzweck hervor, dem sich das Privatinteresse 
absolut unterzuordnen hat.‘ Und wenn auch nicht so scharf wie bei 
Plato, so konzentriert sich auch bei ihm das Interesse hauptsächlich 
darauf, wie die Macht des Staates zu heben sei. Dazu dient ihm auch 
die Sklaverei, Die Sklaven sind ihm lebendige Werkzeuge, und er 
deutet das Wünschenswerte an, dieselben durch mechanische Kräfte zu 
ersetzen. Aus der Arbeitsteilung und Besitzverteilung haben sich nach 
ihm die Berufsstände und die sozialen Klassen entwickelt. Die Ge- 
werbe teilt er in die natürlichen, d. s. die Gewerbe der Rohproduktion 
and der Okkupation ein, die er schärfer wie Xenophon als die eigent- 
liche Grundlage des Wohlstandes hinstellt und ihnen gegenüber die
	        
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