Object: Die obligatorische Krankenversicherung

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DRITTER TEIL 
Man hat als Geldeinheit den (täglichen) Grundlohn der unteren 
Klasse genommen und neun Lohnklassen zugelassen, wobei der 
Grundlohn regelmässig von einer Klasse zur anderen um 0,5 steigt. 
Man hat angenommen, dass ein Beitrag von 5 v. H. des anrech- 
nungsfähigen Lohns ohne Überschuss und Defizit die Versicherungs- 
kosten decken würde, dass zwei Fünftel dieser Ausgaben den 
Naturalleistungen gewidmet seien und drei Fünftel der Barent- 
schädigung, die ihrerseits im Verhältnis zum Grundlohn steht. 
Der Jahresbetrag der Beiträge in jeder Lohnklasse, nach dem die 
Verteilung im Verhältnis zum Grundlohn vorgenommen wird, ist, 
wenn man 300 Beitragstage im Jahre annimmt, auf der letzten 
Zeile der Übersicht angegeben. 
Die Zahlen in Schrägschrift unterhalb der Zahl der Versicherten 
jeder Gruppe geben in Prozent der Risikoprämie den absoluten 
Wert des Unterschieds zwischen dieser Prämie und dem Umlage- 
beitrag *, Nun ist dieser Unterschied positiv (Risikoprämie höher 
als Beitrag) für alle Gruppen, die links oder unter dem Strich in 
der Übersicht stehen, negativ (Risikoprämie niedriger als Beitrag) 
für die anderen Kategorien. Die Versicherten der ersten Gruppe 
werden von denen der zweiten Gruppe unterstützt und man 
sieht, in welchem Masse der Beitrag jedes Versicherten mehr oder 
weniger als den „gerechten Preis‘ der Versicherung darstellt. 
Es gibt im ganzen 77.530 Versicherte, somit 60 v. H., deren Bei- 
rag den gerechten Preis übersteigt. Die „unterstützten‘“ Ver- 
sicherten umfassen die jungen geringbezahlten und alle Ver- 
sicherten vom Alter von 46 Jahren an ohne Rücksicht auf ihre 
Lohnklasse., 
Wenn es sich auch nur um einen theoretischen Fall handelt, die 
Wirklichkeit würde ohne Zweifel sehr häufig Zahlen einer Grössen- 
ordnung geben, die denjenigen dieses Beispiels sehr nahekämen, 
zum mindesten für ein ähnliches Verhältnis zwischen den Natural- 
leistungen und den Barleistungen und für die vergleichbaren 
Schwankungen der Erkrankungshäufigkeit mit dem Alter. Sie 
kann sich nur hinsichtlich der im ganzen ausnahmsweisen Vertei- 
lung der Versicherten auf die Altersgruppen oder Lohnklassen 
stark unterscheiden (wenn das Durchschnittsalter der Versicherten 
anormal niedrig oder hoch ist, wenn mehrere Lohnklassen prak- 
tisch von Versicherten nicht besetzt sind). 
1 Die Risikoprämie wird geschätzt durch Verteilung der Naturalleistungs- 
kosten im Verhältnis zur Erkrankungsziffer (Mittelwerte abgeleitet von der öster- 
reichischen Tafel) und den Kosten der Barunterstützung im Verhältnis zur Erkran- 
kungsziffer und zum Grundlohn.
	        
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