Von den Katholiken bekämpft, von den Liberalen vernachlässigt und
von seinem Geldgeber Dr. F. Schulte verlassen, ging das am 1. Oktober
1840 begonnene Unternehmen schon im Dezember 1841 ein.
So wichtig erschien aber der Regierung die Schaffung eines ihre
Politik vertretenden Organs, daß sie keine Einsprache erhob, als eine
Gruppe wohlhabender junger Leute ungesetzlicherweise die Ravesche
Genehmigung zur Herausgabe einer Zeitung ankaufte und eine Kommandit-
aktiengesellschaft zur Herausgabe der „Rh e i n i s ch e n Zeitung für
Politik, Handel und Gewerbe“, für den „kommerziellen und politischen
Fortschritt“ gründete, die am 1. Januar 1842 zu erscheinen begann und
deren Schriftleitung im Oktober der 24jährige Dr. Karl Marx übernahm.
Am 1. April 1843 unterdrückt, sollte das Unternehmen fünf Jahre später,
am 1. Juni 1848 in der „Neuen Rheinischen Zeitung“ eine Wieder
auferstehung erleben unter Leitung des 1845 ausgewiesenen und nun von
Brüssel zurüekgekehrten Kommunisten Karl Marx, der gleichzeitig mit
der erneuten Unterdrückung am 19. Mai 1849 zum zweitenmal des Landes
verwiesen wurde.
2. Die Vorläufer der Kölnischen Volkszeitung,
a) Die Rheinische Volkshalle.
Als mit dem Erlaß des preußischen Gesetzes über die Presse
vom 17. März 1848 die Zensur gefallen 30 und die Erlaubnis zur
Herausgabe einer Zeitung nicht mehr an die Genehmigung des
Regierungspräsidenten geknüpft war, auch die Vorschriften über
Hinterlegungen am 6. April aufgehoben worden waren, da
sproßten die Preßorgane allerorten wie Pilze nach dem Regen
hervor; meist freilich nur, um nach einem ebenso kurzen Be
stehen wieder einzuschlafen oder, was häufiger war, trotz Preß
freiheit totgeschlagen zu werden.
Auch auf katholischer Seite machte man sich diesen Um
schwung der Verhältnisse zu nutze. In seiner Vorstandssitzung
vom 11. April 1848 wählte der Verein vom hl. Karl Borro-
mäus in Bonn 27 auf Vorschlag seines Trierer Hilfsvereins ein
Komitee 31 zurGründungeinerkatholischenZeitung. SchonamlS.Mai
trat es mit dem Plan für die „Rheinische Volkshalle“ hervor,
als deren Erscheinungsort Köln bestimmt wurde. Unter dem
Grundsatz „Freiheit in Allem und für Alle“ sollte sie „kämpfen
für eine Verfassung, welche, auf echt volksthüralichen Grundlagen