Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Das  oben  erwähnte  „Organ  für  christliche  Kunst“  gab
der  Maler  Fritz  B  a  u  d  r  i 29  seit  dem  1.  Juli  1851  vierzehntäglich  im
Umfang  eines  Quartbogens  (SSeiten)  heraus,  vielfachmit  Steindruck-Beilagen.
  Es  wollte  gegenüber  der  „seichten,  bis  zum  leeren,
geistlosen  Formelspiel  herabgesunkenen  Richtung  in  der  Kunst“,
wie  sie  aus  einer  antichristlichen  Zeitrichtung  hervorgegangen
war,  einer  echt  kirchlichen  Kunst  dieWege  ebnen.  Das  Unternehmen
ging  mit  dem  5.  Jahrgang  (1855)  in  den  Verlag  von  DuMont-Schauberg
  über.  Es  ist  die  Vorläuferin  der  von  Domkapitular  Prof.
Dr.  Schnütgen  in  Köln  seit  1887  herausgegebenen  Zeitschrift
für  christliche  Kunst  (jetzt  bei  L.  Schwann  in  Düsseldorf).
Aus  der  Bachemschen  Druckerei  ging  seit  1852  auch  der  „K  i  r  c  hlicheAnzeiger“
  hervor  („herausgegeben  und  verlegt  von  dem
Erzbischöflichen  Generalvikariate  in  Köln“),  der  durch  Beschluß
des  Kardinals  v.  Geissei  „anstatt  der  seitherigen  Mittheilung  durch
lithographirte  Circulare  der  Erlasse  allgemeinen  Inhalts,  sowie
der  bisher  einzeln  gedruckten  Verordnungen  von  jetzt  an  unter
fortlaufender  Nummer  sämmtliche  kirchliche  Erlasse,  Verordnungen ­
  und  Bekanntmachungen  der  Erzbischöflichen  Behörden
zur  Kenntniß  der  Betheiligten“  bringen  sollte.  „Auch  werden  in
diesem  Blatte  die  Lokal-  und  Personal-Veränderungen  und  andere
auf  die  Kirchen-Verwaltung,  sowie  die  Pastoration  bezügliche
Anzeigen  und  Erörterungen  Veröffentlichung  finden.“  Ferner
sollten  fortan  die  Hirtenbriefe  im  Original  in  dem  Anzeiger  erscheinen. ­
  Er  wurde  zweimal  monatlich  ausgegeben  bis  zum
12.  Juni  1876  (25.  Jahrg.),  als  er  dem  Kulturkampf  zum  Opfer  fiel.
Seit  dem  2.  Januar  1886  (26.  Jahrg.)  erscheint  er  wieder  regelmäßig.
Ebenso  sind  die  heute  noch  in  hohem  Ansehen  stehenden
„Annalen  des  Historischen  Vereins  für  den  Niederrhein“ ­
  im  Bachemschen  Verlag  aus  der  Taufe  gehoben  worden.
Der  Verein  wurde  am  17.  Mai  185*1  in  Köln  gegründet  zu  dem  Zwecke
der  „allseitigen  Erforschung  der  Geschichte  dieses  Landstriches  und  Veröffentlichung ­
  der  Ergebnisse“.  Von  Heft  5  ab  (1857)  erschienen  die
„Annalen“  in  der  Langenschen  Buchdruckerei  (Lesimple)  in  etwas  vergrößertem ­
  Format.  Die  Hefte  7  bis  39  (1859—1883)  gingen  von  der  DuMont-Schaubergschen
  Buchhandlung  aus,  und  mit  dem  Heft  *10,  das  ein  Gesamtregister ­
  von  Dr.  C.  Bone  brachte  (1888),  ist  der  Verlag  der  geschätzten
Zeitschrift  an  J.  &  W.  Boisserees  Buchhandlung  in  Köln  übergegangen.
Einer  Anregung  des  Kanonikus  Prisac  und  des  Kölner  Museumsvorstehers ­
  Ramboux  verdankt  der  „Verein  vom  hl.
            
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